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Der Bärentrek führte uns quer durch die monumentalen Berge des Berner Oberlandes. Viele Höhenmeter wanderten wir 5 1/2 Tage auf und ab entlang des von der UNESCO geschützten Weges vorbei an den Riesen wie Eiger, Mönch und Jungfrau, über Gletscher und hohe Pässe um dann wieder ganz tief abzusteigen. Wir wanderten durch Bus und Bahn erschlossene Gebiete aber auch wieder abseits auf schmalen Pfaden. Bekannte Orte wie Grindelwald lagen am Weg. 47 Schweizer Viertausender recken ihre Gipfel majestätisch in den Himmel und prägen das Landschaftsbilds in besonderer Weise. Überall haben wir natürliche Gastfreundschaft erlebt. Egal im Alpengasthof oder auf der Berghütte, überall herrschte freundliche Stimmung. Wir 10 Querbeetler tauchten ein in eine Märchenwelt von urigen alten Bauernhäusern, weißen schneebedeckten riesigen Bergen, grünen Almen mit Schafen, Ziegen, Kühen und “freien” Schweinen. Bären haben wir allerdings keine gesichtet.
Die Tour verlangte von uns aber auch vollen Einsatz, in den ca. 5 1/2 Tagen legten wir knapp 100 Km zurück und ca. 6000 Meter ging es rauf und runter ohne dass wir auf einen Gipfel waren. Aber alle schafften diese Anforderung, wenn auch die eine oder andere Blase versorgt werden musste. Jeder Tag war ein Höhepunkt. Das Wetter meinte es spätsommerlich sehr gut mit uns. Bis auf einen nebligen Tag mit etwas Sprühregen und weniger Sicht schien die Sonne und ließ die Berge und Gletscher und Almen im besten Licht erscheinen. Den Nebeltag genossen wir mit seinen reizvollen Stimmungen, aber auch der Haut und dem Teint tat dieser Tag recht gut. Etwas traurig stimmte uns manchmal jedoch der Anblick so mancher Gletscher, die rasant auf ihr Ende zugehen.
Der Weg - es gibt diverse Alternativrouten - führte uns am Nachmittag dem 1. Tag (schweißtreibend) von Meiringen der Stadt von Sherlock Holmes und der Meringe oder Baiser vorbei an dem alten Hotel Rosenlaui hoch zur Schwarzwaldalp auf 1454m Höhe. Der Wasserfall am Wegesrand verstärkte die Saunawirkung. Am nächsten Tag ging es bei besten Wetterbedingungen im großen Bogen, um Abstand von der Passtraße, zu haben zur großen Scheideck (1952m), abgesehen dass auch die Nebenwege asphaltiert waren, weiter nochmals in einem großen Bogen abwärts nach Grindelwald (943m) . Belohnt wurden wir mit grandiosen Blicken auf die Schweizer Bergwelt. Grindelwald, vollkommen in japanischer Hand, war unser Mittagsziel. Erneut wanderten wir aufwärts zu unserem Etappenziel dem angenehmen Chalet Alpiglen (1616m ). Gutes reichhaltiges Abendessen sowie ein großzügiges Frühstücksbüffet mit reichhaltiger Käseauswahl bleiben in guter Erinnerung. Nach der Frühgymnastik mit Christine und dem Frühstück begaben wir uns auf den Eigertrail der sich direkt unterhalb und entlang der berüchtigten Eigernordwand entlang schlängelt. Nächtliche Regenwolken lösten sich auf und gaben nach und nach den Blick frei auf die schwarze Felswand des Eigers. Mittagspause und Blick auf die Gletscherwelt war an der Station Eigergletscher (2320m) angesagt, um dann wieder ins Tal abzusteigen. Nach einer Rast auf der Wengernalm mit herrlichen Ausblicken überquerten wir kurz vorm Talgrund nach steilem Abstieg die Schlucht und den reißenden Bach. Im Tal (819m !) angekommen stand noch ein Abstecher zu den unterirdischen Trümmelbachwasserfällen auf den Programm, die man auf jeden Fall wahrnehmen sollte. Im ehemaligen Naturfreundehaus in Stechelbach, heute “BB The Alpenhof “geführt von einer Australierin - einfach, aber mit viel Atmosphäre und gutem Frühstücksbuffet - fühlten wir uns wohl. Im nahegelegenen Gasthof (Hotel Stechelberg) gab es die erforderliche Kalorienzufuhr (eine lohnenswerte Einkehr). Über Nacht kam Regen auf, der am Morgen abklang. Die Wolken hielten sich aber den ganzen Tag und verhüllten die Berge. Der leichte Nieselregen der einsetzte war aber nicht ergiebig. Die Nebelstimmungen waren ein Kontrast zum bisherigen Verlauf und auch die Haut konnte sich etwas von den Vortagen erholen. Die urige Rotstockhütte (2039m) wurde passend um die Mittagszeit erreicht. Nach einer Aufwärmphase - es hatte ziemlich abgekühlt - zogen wir weiter aufwärts zur Sefinenfurgge (2612m). 400 m abwärts und wieder 200m aufwärts erreichten wir unser Tagesziel die Gespaltenhornhütte (2455) . Die einfache Hütte mit 2 Außentoiletten war propper voll (Wochenende). Essen gab es in 2 Runden. Aber trotzdem haben wir uns sehr wohl gefühlt, der Service war sehr freundlich und das Essen (für alle gleich) war schmackhaft und ausreichend, die Nacht jedoch war kurz und unruhig, da viele schon um 4 wieder auf den Beinen waren und der Schnarchpegel hoch war. Dafür war wieder Sonnenschein angesagt und das war gut denn vor uns lag die Königsetappe über den Gletscher erst hinab auf 1900m um dann wieder auf das Hochtürli (2778m) steil aufzusteigen. An dem Übergang führte eine Serpentine zur Blümlisalphütte (2834m).Eine ausgiebige Rast war war notwendig. Es war frisch an die null Grad, aber in der Sonne war es warm und man hatte man einen grandiosen Blick auf die Gletscherwelt. Ausgeruht wanderten wir auf der Endmöräne an Gletscherzungen vorbei, stetig hinab zum Oeschinensee (1578). Dieser ist durch einen Bergrutsch entstanden und liegt malerisch zwischen den Bergen. Nach einer angenehmen Nacht im Lager des Hotels Oeschinensee (leider etwas mageres Frühstück - aber freundlicher Service) war es nur noch eine Stunde nach Kandersteg (1176m), einen noch unverfälschten relativ ruhigen Ort mit schönen Häusern. Nach einem Bummel und Proviantversorgung brachte uns die Bahn über Spiez, Basel, Karlsruhe und Nürnberg planmäßig wieder nach Erlangen. Alle waren begeistert von dieser herrlichen Schweizer Landschaft. Wir kommen wieder um den restlichen Bärentrek und die Hintere Gasse noch abzuwandern.
Organisation, Bericht und Bilder: Reiner (ergänzt um einige Bilder von Franz und Frank)
26.-31. August 2009 10 Teilnehmer knapp 100 Km und ca. 6000 Hm.
Die Bilder sind in 3 Teile gegliedert:
1. ( Anfahrt) Meiringen Alpiglen 2. Alpiglen - Gespaltenhornhütte 3. Gespaltenhornhütte - Kandersteg (Rückfahrt)
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