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Bärentrek 2. Teil
von Kandersteg nach Gstaad
21. -27. August 2011

Vor zwei Jahren wanderte Querbeet auf dem Bärentrek von Meiringen nach Kandersteg, es war ein besonderes Bergerlebnis an den Eisriesen wie dem Eiger, der Jungfrau u.v.a. entlang zu gehen. Dieses Jahr machten wir uns auf den 2. Teil von Meiringen nach Gstaad. Diese Ecke ist etwas abgelegen und weniger begangen. Sie führte uns während der ganzen Zeit durch keine größere Ansiedlungen. Aber auch wie im ersten Teil waren wir auf häufige und heftige Auf - und Abstiege vorbereitet. Etwas skeptisch waren wir jedoch ob das Wetter mitspielen würde nach diesem bisher doch sehr wechselhaften und nasskühlen Sommer. Der Wettergott meinte es aber gut mit uns. Kein Regentropfen trübte unsere Wanderung. Regen und Gewitter gab es nur am Abend oder in der Nacht. Auch der Sturm vor dem am letzten Abend gewarnt wurde war weniger heftig. Nur etwas zu warm war es am Anfang. Unsere Tour begann in Kandersteg mit der Auffahrt zur der Winteregghütte, einer Selbstversorgerhütte, in der wir die einzigen Gäste waren. Die Hütte selbst hat uns positiv überrascht, sie machte einen gepflegten Eindruck. Abends konnten wir in der Bergstation der nahen Seilbahn essen. Diese schließt zwar schon um 18:00. Für uns blieb aber das Personal und verköstigte uns perfekt. Besonders Annekatti trug mit ihrer humorvollen Art zu dem schönen Abend bei. Sie “ versüßte “ die doch recht happigen Preise, an die wir uns erst gewöhnen mussten. Das Käsefondue speziell war jedoch hervorragend, reichlich und vom Preis akzeptabel. Am nächsten Morgen ging es von der Hütte steil hinauf zum Gällihorn. Einige sparten sich die letzten Meter zum Gipfel. Weiter folgten wir nach einem kurzen Abstieg den wieder stetig aufsteigenden Weg zur Almealp der Bergstation eines Liftes von Kandersteg. Obwohl wir bereits ein Preisgefühl hatten, war die Speisekarte jedoch ein Anschlag auf unser Budget. Steil bergauf ging es dann mit der kräftigen Sonne im Rücken an der Bunderspitz vorbei hinunter zur Bunderalp, einer privaten urigen und einfachen Hütte. Zum Abendessen gab es Kartoffeln und Käse. Ein Ständchen des Hausherrn mit dem Alphorn schloss den Tag ab. Der nächste Tag führte uns talabwärts und blieb allerdings oberhalb von Adelboden. In der Lauelialp machten wir Mittagsrast mit Blick auf Adelboden . Ein äußerst freundlicher und angenehmer Service ließ uns hier eine Zeit verweilen. Hier kann man auch urig im Stroh oder Heu übernachten. Wer hier in die Nähe kommt sollte hier einen Aufenthalt einplanen. Abwechslungsreich wanderten wir dann steil hinauf zur Engstligenalp, die größten Hochebene der westlichen Schweizer Alpen. Untergebracht waren wir im traditionellen Berghaus Bärtschi. Nach einer angenehmen Nacht verlief der Weg weiter hinauf zum Ammertenpass (und für einige zur Ammertenspitze). Steil unter uns erwarteten wir die Ammertenhütte, die sich jedoch als kleine unbewirtschaftete Holzhütte herausstellte. Allerdings gab es frisches Wasser und etwas Schatten in der Nähe. Ein Höhepunkt waren später die tosenden Simmenwasserfälle sowie die riesige Karstquelle. Für das leibliche Wohl gab es die Siebenbrunnenhütte. Von hier waren es noch 2 1/2 Stunden zu unserem Nachtquartier der Iffigenalp, einem alten und schmucken Berghaus in den Lenkerbergen. Der folgende Tag verlief entlang des Iffigentales hinauf zum Iffigensee. Das Iffigental zählt zu einem der schönsten Täler der Schweiz. Eine Rast am See war natürlich obligatorisch und lud einige zum Bad in dem gar nicht so kaltem Wasser ein. Die Wildhornhütte war in Sicht und für drei von uns einen Abstecher wert, während die anderen diese Zeit für eine “Siesta” nutzten. Über den Tungelpass ging es schroff hinab in eine sumpfige Ebene um die es 2 Wegvarianten gibt. Die linke Variante erfordert absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bis auf 2 wählten wir den einfacheren Weg. Eine Alm auf halben Weg bot sich für eine Rast an. Kostenlose frische Milch konnten wir dort kosten. Ein schöner Hangsteig führte uns dann hinein ins Geltental an dessen Ende wo uns in der Nähe von wilden Gletscherwasserfällen die SAC-Hütte erwartete. Ein heftiger Föhnsturm blies die ganze Nacht und am folgenden Morgen. Mit starkem Rückenwind ging es auf der anderen Talseite entlang des Baches hinunter zum idyllischen Lauenensee. Nach einer kurzen Rast und Bademöglichkeit wanderten wir hinauf in Richtung Höhe Whispile. Steile Serpentinen führten uns auf den Grat der Whispile mit herrlicher Sicht nach allen Seiten. Bald war das Berghaus Whispile erreicht. Wieder waren wir die einzigen Gäste. Schwerpunkt ist hier die Wintersaison. Für uns blieb das Personal länger und bereitete uns ein hervorragendes 3 Gänge Menü. Der nächste Morgen überraschte uns mit eingezuckerten Berge. Über Nacht hatte es nach einem Temperatursturz bis auf 2000m geschneit. Aber noch mehr überrascht und begeistert waren wir von dem firstclass Frühstück. 13 Käsesorten, frisches Obst, angemachtes Müsli, frische Croissants, Gelegenheit frische Spiegeleier zu braten und noch vieles andere mehr war schon um halb sieben für uns vorbereitet. Das Quartier war zwar das teuerste der Tour aber auch das billigste wenn man die dafür erbrachte Leistung nimmt. Ein Teil entschloss sich zu Fuß abzusteigen, der andere Teil von Querbeet zog es vor knieschonend mit der Bahn nach Gstaad abzufahren. Nach einem Bummel durch Gstaad brachte uns die Bahn in fast 12 Stunden über Spiez, Basel, Frankfurt direkt nach Erlangen zurück. Rundherum waren alle recht zufrieden und angetan der abwechslungsreichen Tour - trotz der höheren Kosten.
Auf Dauer wird dieser Zustand, die hohen Kosten und der unrealistische Wechselkurs der Schweiz allerdings schaden - zumindest was den Tourismus angeht..
Organisation, Bilder und Bericht: Reiner
Tourdaten: ca. 5500 Hm und 75 Km (mit individuellen Abweichungen)
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