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Querbeet im Trentin 2017

 

Schöne Herbsttage in Cavalese im Trentino

Cavalese 2017

Eine kleine Schar verbrachte die letzte Septemberwoche im italienischen Trentino: Beate, Christine, Eva, Gabriele, Uli, Otto und Stefan. Unser Quartier war ein nettes kleines Hotel Garni in Cavalese im Valle di Fiemme. Vor allem die Begegnungen beim FrĂŒhstĂŒck, gelegentlich sogar mit Tanzeinlagen, werden in Erinnerung bleiben.

Der erste Wandertag war auch gleichzeitig der letzte Betriebstag der Seilbahn zur Alpe Cermis in Cavalese. Da wir als GĂ€ste diese Seilbahn kostenlos nutzen durften, stand das Programm fĂŒr den ersten Tag schnell fest: Mit der Seilbahn ging es ĂŒber das Fleimstal hinweg und hinauf auf die Alpe Cermis. Vielen ist diese Alm sicherlich bekannt als Endpunkt der Tour de Ski, wo sich jedes Anfang Januar die Top-LanglĂ€ufer der Welt die Skiabfahrt auf Langlaufskiern hinaufquĂ€len. Wir gingen das Projekt in der anderen Richtung an. Vom Ende der Gondelbahn auf 2000 m Höhe stiegen wir hoch zum Rifugio Paion (2.220 m). Kurz danach trennte sich die Gruppe, da drei von uns noch weiter auf den leicht verschneiten Gipfel des Cima della Troppola (2401 m) wollten. Die anderen vier stiegen kurz die Skipiste ab und querten dann in Blockgeröll hinĂŒber auf den Waldgrat zum Val di Moena. Am frĂŒhen Nachmittag traf man sich dann mehr oder weniger zufĂ€llig im CafĂ© an der Mittelstation der Seilbahn. ZunĂ€chst ging es gemeinsam weiter hinunter. Bei der Malga Salanzada trennte sich die Gruppe erneut. Ein Teil wollte sich den Gegenanstieg nach Cavalese hinauf sparen und ging zur Seilbahnstation. Die anderen wanderten durch mystischen Wald hinunter zu einem kleinen Wasserfall im Tal. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir hinauf nach Cavalese, wo es dann erstmal ein gemĂŒtliches Sit-In bei Aperol Spritz, Wein oder auch einem Weizen gab.
17,3 km, 500 Hm Aufstieg, 1520 Hm Abstieg, 5,5 Stunden Gehzeit

Mit dem Auto bzw. Wohnmobil fuhren wir zunĂ€chst bis Predazzo und weiter ĂŒber eine abenteuerliche Strecke, zuletzt auf einer Schotterpiste, hinauf zur Malga Valmaggiore (1620 m). Eine Gipfelbesteigung stand zwar nicht an, aber es sollte eine anstrengende Drei-Seen-Runde werden (im Rother WanderfĂŒhrer "Vinzentiner Alpen" die schwarze Tour Nr. 2). Auf einem alten MilitĂ€rpfad ging es - nun natĂŒrlich zu Fuß - hinauf in die Forcella Valmaggiore auf 2180 m Höhe. Auf der anderen Seite der Scharte wurden wir mit einem weiten Rundblick ĂŒber die sĂŒdlich anschließende Landschaft belohnt. Wir querten dann aber weiter die HĂ€nge unter den Gipfeln und stiegen schließlich bis in die Forcella Moregna (2397 m) auf. Unter uns konnten wir nun schon den ersten der drei Seen erkennen: den Lago Brutto - auf deutsch: hĂ€sslicher See. Der Name wurde sicherlich aus Versehen so vergeben. Die Sonne schien zwar etwas, aber es war auch sehr windig. Und richtig warm war es auch nicht mehr. Der Herbst lies schon krĂ€ftig grĂŒĂŸen. So fiel unsere Pause oberhalb des Sees auch eher kurz aus. Weiter ging es nun den Berg hinab, wo wir von oben auf den zweiten See, den Forellensee bzw. Lago delle Trote, schauen konnten. Auch den dritten See liefen wir nicht direkt an und kamen nur oberhalb vorbei: Lago di Moregna. Da der ursprĂŒngliche Wanderweg nicht mehr ausgeschildert war, mussten wir eine große Schleife durch den Bosco di Cece laufen. So kamen wir dann etwas spĂ€ter als geplant an den Autos an. Auch die Abfahrt auf den schmalen und teils steilen Wegen im Wald war spannend.
13,9 km, 940 Hm Auf- und Abstieg, 6 Stunden

Nach dem anstrengenden Tag vorher sollte es heute etwas gemĂŒtlicher werden. Das Ziel war ein herausragenden Aussichtsberg direkt auf der Grenze Trentino-SĂŒdtirol. Mit dem Auto ging es zunĂ€chst etwa 10 Kilometer hinauf zum Parkplatz am Passo di LavazĂš (1810 m). Ein kaum bekannter Berg steht hier im Osten des Passes, der Zanggenberg bzw. Pala di Santa (2488 m). Die prominenteren Berge sind hier vor allem das Weißhorn, das man auch aus dem Etschtal heraus bestaunen und bewandern kann, und das Schwarzhorn. Nicht zu vergessen natĂŒrlich die Latemar-Berge im Norden. Wir aber steigen zunĂ€chst auf einem alten Karrenweg, spĂ€ter auf einem steilen Bergpfad hinauf auf den Gipfel des Zanggenbergs. Eine ausfĂŒhrliche Rast auf dem Teils schneebedeckten Gipfelplateau lĂ€sst uns die Strapazen des Aufstiegs schnell vergessen. Eher sanft absteigend folgen wir den Trittspuren in östlicher Richtung bis zu den Skiliften des Reiterjoch-Gebiets. Auf den steilen Wegen der Liftbetreiber geht es dann aber zĂŒgig hinab ins Reiterjoch. Eine nicht enden wollende Hangquerung im teils finsteren Wald und mit vielen Wurzeln und Steinen schließt sich an. Kurz bevor wir zu den Autos gelangen, stoßen wir auf ein unĂŒberwindliches Hindernis: die Malga Daiano liegt im Weg. Als wir in den Gastraum eintreten flucht und schimpft der Wirt: es waren keine GĂ€ste mehr da und er hatte sich gerade zum Essen hingesetzt. Schnell war aber seine GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit erwacht und wir wurden mit vielen Köstlichkeiten versorgt. Es stellte sich dann auch bald heraus, dass er sich in Franken gut auskennt: Er bekommt regelmĂ€ĂŸig Bierlieferungen aus Bamberg und konnte sogar eine Flasche "Schlenkerla" prĂ€sentieren - leider zu spĂ€t fĂŒr uns, denn die Fahrt hinunter ins Tal stand an.
11,9 km, 780 Hm Auf- und Abstieg, 4,75 Stunden

Ein weiterer eher unbekannte Gipfel stand fĂŒr den nĂ€chsten Tag auf dem Programm. Etwa 22 Kilometer waren es bis hinauf in den Passo Manghen (2047 m) im SĂŒden von Cavalese. (FĂŒr die E5-Wanderer mit Reiner vor einigen Jahren: das Rifugio Sette Selle ist von hier auch zu Fuß erreichbar.) Vom Pass aus ging es mehr oder weniger direkt hinauf auf den Gipfel des Monte Ziolera (2478m ). Auch heute blies ein kalter Wind. So stiegen wir nach ein paar Gipfelfotos schnell wieder hinunter in die sĂŒdliche Bergflanke, wo es etwas windstiller war. Gegen Mittag zogen dann leider die Wolken zu. Gegen Ende unserer Mittagsrast begann es sogar leicht zu regnen. Wir beschlossen daher, die Umrundung des Pala del Becco auszulassen und auf der Nordseite der Berge wieder zurĂŒck zum Pass zu gehen. Immer wieder mal gab es auf dem Weg kurze Schauer. Einige hundert Meter vor dem Pass steht das Rifugio Manghen, das wir natĂŒrlich zum AufwĂ€rmen und Reserven auffĂŒllen nutzten.
10,3 km, 730 Hm Auf- und Abstieg, 4,75 Stunden

Die Witterung hatte in den letzten Tagen einigen doch etwas zugesetzt und so ging es am fĂŒnften Wandertag leicht reduziert auf Tour. Erneut fuhren wir zum LavazĂš-Joch hinauf und noch ein StĂŒck weiter zum Jochgrimm bzw. Passo di Oclini (1990 m). Über eine triste Skipiste im Sommergewand und vorbei an einem unstimmigen KettensĂ€gen-Duo fĂŒhrte uns der erste Teil des Anstiegs. Auf einem sehr neu hergerichteten Weg - höchstens ein-zwei Tage - ging es zackig hinauf auf das Schwarzhorn (2439 m)- Die Sonne schien zwar krĂ€ftig, aber richtig warm wurde es nicht mehr. Trotzdem gönnten wir uns eine lange Gipfelrast. Über einen langen Kammweg stiegen wir hinab ins Kugeljoch. Durch die WĂ€lder ging es weiter bis zur lange herbeigesehnten Gurndin-Alm. Probiert wurden hier unter anderem auch die SĂŒdtiroler "Strauben". Der restliche Weg zu den Fahrzeugen wurde dann beschwingt unter die FĂŒĂŸe genommen.
11,2 km, 670 Hm Auf- und Abstieg, 4 Stunden

Den letzten Tag verbrachten wir im Tal. Da am Nachmittag Shopping in Cavalese anstand, sollte die Tour auch nicht zu lange sein. In Predazzo zweigt vom Fleimstal das Valle di Travingnolo ab. Wenige Kilometer nach Predazzo fließt der Torrente Travignolo hier durch eine beeindruckende Schlucht. Diese durchwanderten wir auf unterschiedlichen Höhenstufen. Und wir hatten an diesem Tag unsere Querbeet-Einlage: Stefan hat sich gleich nach dem Parklpatz etwas verlaufen. Wir ĂŒberquerten dann eine Wiese und stiegen in wildem dornigem GebĂŒsch eine steile Böschung hinauf auf den richtigen Weg. Am Eingang zur Schlucht fielen uns schon einige Polizei-Fahrzeuge auf. Kurz darauf trafen wir auf eine fröhliche Truppe von Polizisten, die hier zum Klettern an den SchluchtwĂ€nden unterwegs war. Wir schauten wohl recht neidisch auf ihren Speisen (Speck und Salami) und GetrĂ€nke (Weinflaschen; man beachte: Polizisten in Uniform beim Weintrinken - in Deutschland wohl nicht denkbar), so dass jeder von uns auch ein StĂŒck vom Speck angeboten bekam. Am Ende der Schlucht hat der Tourismusverband eine der heute wohl unverzichtbaren HĂ€ngebrĂŒcken ĂŒber den Fluss gebaut. Bei einer Bank dort im strahlendem Sonnenschein bereiteten wir uns auf den RĂŒckweg vor. Nunmehr im Wald oberhalb der Schlucht ging es wieder zurĂŒck zu den Autos.
10,6 km, 360 Hm Auf- und Abstieg, 3,25 Stunden

Nachdem es anfangs etwas schwierig war, die geeignete LokalitĂ€t fĂŒr das Abendessen zu finden, waren wir uns am Ende der Woche doch einig, dass das Lokal im Untergeschoss unseres Quartiers die beste Wahl war. An mehreren Abenden ließen wir hier den Tag Revue passieren und freuten uns bei gutem Essen und guten GetrĂ€nken auf den nĂ€chsten Tag.

Insgesamt sind wir gut 75 Kilometer gelaufen, haben fast 4000 Hm im Aufstieg absolviert, sind 5000 Hm hinunter gestiegen und waren knapp 30 Stunden zu Fuß unterwegs. Auf dem Heimweg wurde in SĂŒdtirol noch der ein oder andere Grappa und Wein eingekauft bevor es ĂŒber den Brenner wieder zurĂŒck in den Norden ging.

Organisation und Bericht: Stefan     Bilder: Beate

 

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