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Querbeet im Reich der Elwetritschen

Schauplätze geheimnisvoller Geschichten auf dem

Felsenland Sagenweg im Dahner Felsenland

31. Mai bis 5. Juni 2014

Ruine Neudahn

Ihr Querbeetler werdet Euch nun fragen, was sind denn Elwetritschen. Dies ist ein vogelähnliches Fabelwesen. Ähnliche Fabelwesen sind auch in anderen Regionen bekannt. In Bayern ist es zum Beispiel der Wolpertinger. Im weitesten Sinne werden die Elwetritschen als hühnerähnlich beschrieben. Sie sollen aus Kreuzungen von Hühnern, Enten und Gänsen mit im Wald lebenden Kobolden und Elfen stammen. Seit Jahrmillionen Jahren begleiten die Elwetritsche die Entwicklung der Bewohner des Pfälzerwaldes. Ihre Charaktereigenschaften wie Schüchternheit, Liebreiz, Scham-haftigkeit und Freundlichkeit wurden auf die Pfälzer übertragen. Diese Eigenschaf-ten zeichnen den Pfälzer ganz besonders aus.

Nun aber zu dem Sagenweg im Dahner Felsenland. Im sagenumwobenen Wasgau, im Süden des Naturparkes Pfälzerwald, verläuft dieser Weg und verbindet auf traum-haften Wegen und Pfaden 26 Schauplätze recht gruseliger Geschichten. Die 8 Querbeetler waren angetan und verzaubert von diesem Weg. Jeden Tag gab es tolle Höhepunkte zu erleben. Bizarre Felsgiganten aus Bundsandstein und mächtige Felsen-burgen prägen das Bild dieses Naturparkes.

Der erste Wandertag führte uns bereits zu vielen Höhepunkten. Zunächst erklommen wir über eine Leiteranlage den Wachtfelsen, um hier einen ersten sagenhaften Ort kennenzulernen. Wir kamen an dem mächtigen Felsgebilde Braut-und Bräutigam vorbei und erreichten durch das idyllische Moosbachtal die malerisch gelegene Ruine Neu-dahn, die wir nach einem steilen Aufstieg erreichten. Nacheinander berührten wir viele sagenhafte Orte und bizarre Felsgebilde wie den Hexenpilz, den unheimlichen und mächtigen Satansbrocken und den Sängerfelsen. Von hier ging es steil nach Dahn hinunter, um auf der anderen Talseite zum Jungfernsprung hinaufzusteigen. Ein toller Blick erwartete uns dort oben, über den tief unter uns gelegenen Ort Dahn und den bergigen Pfälzer Wald. Im Kurpark von Dahn machten wir unsere erste Bekanntschaft mit den Elwetritschen. Auf Schautafeln konnten wir uns über die Entwicklung und Lebensart dieser Fabelwesen informieren. Nach dem Aufstieg zur Hochstein Nadel erreichten wir die mächtige Burgengruppe Altdahn-Grafendahn-Tannstein. Auf einer Sandsteinklippe aus fünf Felsen entstanden nacheinander diese drei Burgen. Sie sind eindrucksvolle Beispiele für die Felsenburgen des Wasgaues. Auf verschlungenen Pfaden erreichten wir Erfweiler, unser Etappenziel. Im Gasthaus "Zur Kleinen Blume" wurden wir herzlich willkommen geheißen, mit einem Gutschein über ein Getränk und auf dem Zimmer erwartete uns ein Fläschchen Rotwein als Willkommenstrunk.

Auch der nächste Tag blieb sehr erlebnisreich mit trutzigen Burgen und herrlichen Aussichtspunkten. Nach passieren bizarrer Felsgebilde erreichten wir über einen steilen Aufstieg die Burg Drachenfels. Die vielen, charakteristischen Felsenkammern, die Türme und dick bewehrte Schildmauern beeindruckten uns sehr. Von ganz hoch oben hatten wir einen überwältigenden Blick auf die herrliche Landschaft des Dahner Felsenlandes. Aus  dem grünen Wäldermeer sahen wir immer wieder mit roten Buntsandsteinfelsen gekrönte Bergrücken emporragen. An der idyllisch gelegenen Kapelle St. Getraud vorbei, in deren See ein Schatz liegen soll, erreichten wir die  majestätisch liegende Burg Berwartstein. Sie ist noch die einzige erhaltene Burg und befindet sich in Privatbesitz, deren Besitzer noch selbst auf der Burg wohnt. Die Burg ist typisch für eine Felsenburg des Wasgaues mit ihren in den Felsen eingepassten und gehauenen Treppen und Räumen. Der nächste Höhepunkt sind die abenteuerlichen Felspassagen im Bereich der Fladensteine. Hier konnten wir uns über die Entstehung des Bundsandsteines mit Hilfe von Schautafeln ausführlich informieren. Nach einem kurzen Abstieg ist unser heutiges Tagesziel, das Gasthaus Krone in Bundenthal erreicht.

Waren die Steigungen bisher noch recht moderat, so begann am dritten Tag unsere Königsetappe. Jede Menge Höhenmeter mussten wir heute bewältigen. Über weiche Waldpfade zogen wir hinauf zum Mäuerle, mit seinen imposanten „Teufelstischen“.

Steil hinunter ging es hinab in den Ort Nothweiler. Dann ging es an den Aufstieg zur 571 m hoch gelegenen Weglenburg, die höchstgelegene Burgruine im Pfälzerwald. Nun überschreiten wir die deutsch-französische Grenze und kommen an den französischen Burgen Hohenburg und Löwenstein vorbei. Über einen eindrucksvollen Felsenpfad sehen wir bald die mächtige Burgruine Fleckenstein vor uns liegen. Nach einer gemütlichen Rast im kleinen Bistro ließen es sich Reiner und Fritz nicht nehmen die Burg Fleckenstein zu erkunden. Kurz vor Schönau, unserem heutigen Tagesziel, erwartete uns ein spektakulärer Höhepunkt - die Besteigung des mächtigen Paffenfelsens über steile Leitern. Dies Aussicht war einfach ein Traum.

Am vierten Tag begannen wir unsere Wanderung durch das sumpfige aber idyllische Wengelsbachtal. Bald tauchte im Wald versteckt die Burgruine Blumenstein auf. Über Waldwege kamen wir zum „Col du Maimont“, eine Passhöhe. Von hier war es nicht mehr weit zur Burgruine Wasigenstein, die schon im Walthari Lied besungen wurde. Nach einem schweißtreibenden Aufstieg erreichten wir den Gipfel des sagenumwobenen Maimont. Unheimlich war auch die dortige „Opferschale“, ein abgeflachter Felsblock. Bald zurück nach Deutschland kamen wir zu dem kleinen Ort Petersbächel. Schade, das dortige Gasthaus war noch geschlossen. Aber unsere Hildegard wusste einen Ausweg. Über Ihr Telefon rief sie flugs eine Nummer an und bald darauf kam auch jemand, der uns mit Getränken, Kuchen und einer herzhaften Gulaschsuppe versorgte. Toller Service. Diese Rast kam genau zur rechten Zeit. Wir saßen nicht lange und es schüttete vom Himmel herunter. Danach kam die Sonne wieder und gestärkt wanderten wir weiter zum kleinen Naturschutzgebiet Pfälzerwoog. Am Badesee Saarbachhammer angekommen wurde der Himmel wieder dunkel, die ersten Tropfen fielen, dann immer heftiger und nun hieß es stramm durchgehen zu unserem etwa 2 km entfernten Tagesziel Fischbach. Etwas nass zwar, aber doch noch gut gelaunt erreichten wir das „Pälzer Eck“, unser heutiges Hotel. Sehr freundlich wurden wir vom Maria Rosaria Boccuti empfangen. Vielfältig, geschmackvoll und umfangreich waren die Speisen. Eine tolle Geste war, dass uns Maria eine Runde ihrer köstlichen Schnäpse spendierte. und zwar für jeden den Schnaps den er vorher schon einmal bestellt hatte - nach dem Motto auf einem Bein kann man nicht stehen.

Noch war unsere Wanderung nicht vorbei. Am fünften Tag stand noch eine Wanderung von etwa 13 km auf dem Programm. Zunächst führte uns der Weg durch die Talaue der Sauer, vorbei am Biosphärenhaus mit dem Baumwipfelpfad in das Naturschutzgebiet Königsbruch, ein sumpfiges Areal, welches wir auf einem Holzsteg überquerten. Wir steigen nochmals steil hinauf zum Rumberg und stehen dann vor einem eindrucksvollen Felsen dem „Christkindelfelsen“ mit einer kleinen Krippe in einer Felsnische. Von diesem Felsen konnten wir weit ins Land blicken. Durch den Ort Rumberg kamen wir zu dem letzten Felsen des Sagenweges, dem „Schützenfelsen“. In Bruchweiler-Bärenbach war leider die sagenhafte Wanderung zu Ende. Und von hier ging es mit Bus und Bahn nach Erlangen zurück.

Die Querbeetler betonten, dass sie selten eine solche eindruckvolle und mit vielen interessanten Höhepunkten gespickte Wandertour erlebt haben.

Erzählte Sagen und Geschichten: 26

Zu bewundernde direkt am Weg gelegene bizarre Felsgebilde: 20

Anzahl der besichtigten Burgruinen und – anlagen: 10

 

Streckenlänge ca. 100 km, Höhenmeter ca. 3200 m

Organisation und Bericht: Udo        Bilder: Reiner