Querbeet-Freizeitgruppe DAV Sektion Erlangen

 

Der Eifelsteig - wo Fels und Wasser Dich begleiten

Teil 1 vom 5. bis 13. Mai 2015

Eifelsteig Teil1  Mai 2015 mit Udo

Es wĂ€re so schön gewesen, bequem mit dem Zug in die Eifel zu fahren. Aber die GDL hatte uns das schließlich ganz und gar verdorben. Streik war angesagt. Die Änderung ging ganz schnell. Fahrkarte erstattet und dann ĂŒberlegt, wie machen wir es. Zwei Autofahrer waren auch schnell gefunden. Mit zwei Autos erreichten wir am Dienstag recht schnell unseren Ausgangspunkt KornelimĂŒnster - der Beginn des Eifelsteiges.

Die erste Etappe fĂŒhrte uns von KornelimĂŒnster nach Roetgen. Dieser Abschnitt war zum Einlaufen sehr gut geeignet. Die Steigungen waren moderat nund der Weg war sehr abwechslungsreich. Im Schatten von St. Kornelius, der ehemaligen Reichsabtei wanderten wir ĂŒber den schmucken Marktplatz mit seinen schönen, alten HĂ€usern und durch schmale Gassen verließen wir den Ort. Alte Kalkbrennöfen sĂ€umten unseren Weiterweg und wir passierten den Steinbruch der Kalkwerke Walheim. Das Naturschutzgebiet Struffelt wurde durchquet, der Beginn des Hochmoores Hohes Venn. Damit wir trockenen Fußes durch die feuchte Heide gelangen konnten, hatte man hölzerne Laufstege ausgelegt. An der DreilĂ€gerbachtalsperre vorbei erreichten wir bald unser heutiges Ziel den Ort Roetgen, frĂŒher eine ein Kruezungspunkt wichtiger Römerstraßen.

Mit der heutigen Etappe durchstreiften wir das eigentliche Hohe Venn, deren grĂ¶ĂŸte FlĂ€che sich in Belgien befindet. Über den 658 m hohen Steling wanderten wir hinab in das Tal der Rur und dann war es nicht mehr weit nach Monschau. ZunĂ€chst erreichten wir die Festung von wo wir einen tollen Blick auf die verschachtelten HĂ€user werfen konnten. Am Nachmittag erwartete uns eine StadtfĂŒhrerin zu einer interessanten StadtfĂŒhrung unter dem Motto - Monschau zum Anbeißen. Ein interessant-amĂŒsanter Stadtrundgang zwischen Fachwerkidyll und Bruchsteinbauten. ZusĂ€tzlich stellte uns die FĂŒhrerin die typischen Monschauer SpezialitĂ€ten vor: DĂŒtchen, Vennbrocken, Printen, Senf, Eis oder Kaffee. Und wir konnten sogar eine Kleinigkeit probieren.

 Heute zeigte sich der Eifelsteig mal von einer anderen Seite: eine anspruchsvolle StreckenlĂ€nge von 27 km und ein zu bewĂ€ltigender Höhenunterscheid von ĂŒber 900 m. DafĂŒr war die Strecke sehr waldreich und mit lohnenden Aussichten gespickt. Auf tollen Pfaden wanderten wir an bizarren Felsformationen vorbei und kamen zur Trinkwassertalsperre Perlenbach. Danach durchstreiften wir das Monschauer Heckenland. Die vielen Buchenhecken dienen dem Schutz der HĂ€user vor Sturm und heftigem Schneetreiben. Nach weiteren Auf-und Abstiegen erblickten wir Einruhr an der Rurtalsperre., eine der grĂ¶ĂŸten Talsperren Deutschlands. unsere heutiges Ziel war erreicht.

 Durch das Herz des Nationalparks Eifel fĂŒhrte uns die heutige Etappe. Ab und an erhaschten wir einen Blick auf den gewundenen Rursee, ein Ausflugsschiff zog sanft seine Bahnen. Nach einer Weile hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Rursee und dem anchließenden höher gelegenen Urftsee. Sie ist die Ă€lteste Talsperre der Eifel. Im Jahr 1906 besichtigte sogar Kaiser Wilhelm II. diese Talsperre. Auf unserem Weiterweg kamen wir an die HĂ€userreste von Wollseifen. Das Dorf wurde 1946 gerĂ€umt, weil hier ein TruppĂŒbungsplatz entstehen sollte. Die Bewohner hatten nur 3 Wochen Zeit, um ihre HĂ€user zu verlassen. Von weitem sahen wir schon bald die gwaltigen Bauwerke der NS-Ordensburg Vogelsang. Ab 1934 erbaut, sollte sie der NS zur Ausbildung junger Menschen dienen. Die Wehrmacht ĂŒbernahm 1939 das Kommando. Nach dem zweiten Weltkrieg besetzten britische StreitkrĂ€fte die Anlage und wurden von 1950 an bis Ende 2005 von belgischen MilitĂ€rstrietkrĂ€ften abgelöst. Erst seit 2006 ist die Anlage der Öffentlichkeit zugĂ€nglich. Bald erreichen wir das Etappenziel GemĂŒnd.

 Der Weg fĂŒhrt uns heute von dem Hotel zunĂ€chst hinunter nach GemĂŒnd. Wir schlenderten durch den schmucken Ort, um in Richtung Kloster Steinfeld zu wandern. Nachdem wir die sehenswerte Basilika mit dem Grab des Heiligen Hermann-Josef besichtigt hatten und nach dem Genuß des schmackhaften Klosterbieres zogen wir hinab in das Urfttal zu unserem Ziel - der Urfter Hof. Hier erwartete uns Christa, gemĂŒtlich auf einer Bank in der Sonne sitzend. Sie hatte vor am nĂ€chsten Tag zur Tochter nach Bitburg zu fahren. Es wurde auch gleich die Gelegenheit genutzt, die in den vorigen Orten stehengelassenen Autos zu holen.

 Auf dem heutigen Wanderweg nach Blankenheim bekamen wir viele EindrĂŒcke von der frĂŒheren Wasserversorgung in diesem Gebiet. In den Urfttalauen konnnten wir die freigelegte römische Wasserleitung bewundern. Diese rund 95 km lange Leitung versorgte 150 Jahre lang das heutige Köln mit Wasser. Bald erreichten wir den Ort Nettersheim, diese Gegend wurde schon von den Römern sehr geschĂ€tzt. Vor Blankenheim kamen wir zu dem sogenannten Tiergartentunnel. Ende der 1990-Jahre wurde dieses Bauwerk entdeckt, es entpuppte sich als Wasserreservoir. In diesem etwa 1 km langen Tunnel befand sich eine Holzrohrleitung, die von einer Quelle das Wasser zur Burg Blankenheim transportierte.

 Heute hatten wir noch Gelegenheit den aus schönen FachwerhĂ€usern bestehenden Ort Blankenheim mit der Ahrquelle zu durchwandern. Diese Etappe war auch etwas erholsamer, aber mit den TĂ€lern, Wiesen und WĂ€ldern eine ganz andere Eifellandschaft. Teilweise geprĂ€gt mit einer tollen Wacholderlandschaft. Durch das lange Mirbachtal erreichten wir unser Ziel, den Ort Mirbach. Hier erwatete uns eine gemĂŒtliche Ferienwohnung.

Die heutige letzte Etappe dieser Wanderung war ĂŒberwiegend durch offenes Wiesenland geprĂ€gt. Unterwegs kamen wir an dem schön gelegenen einmaligen Wasserfall DreimĂŒhlen vorbei. Seit der letzten Eiszeit vgor. ca. 10.000 Jahren pendelten drei aus Karsthöhlen austretenden QuellwĂ€sser hin und her und haben seitdem eine 300 m lange und 10mm breite Sinterbank entstehen lassen. Man nennt ihn auch den "wachsenden" Wasserfall. An seiner OberflĂ€che erkennt man ein einziges Moospolster, in dem sich durch Ablagerungen Kalksinter bildet. Durch diesen Vorgang wĂ€chst der Wasserfall jĂ€hrlich 8 -10 cm in das Tal hinein. Bald erreichten wir unsere Etappenziel dir Krimistadt Hillesheim. In diesem zunĂ€chst harmlos aussehenden StĂ€dtchen wird serienweise kriminalisiert. Diese Gegend ist Hauptbestandteil der Eifeler Kriminalromane. Wir ĂŒbernachteten im Hotel zum Amtsrichter, das frĂŒhere "Königlich Preußische Amtsgericht zu Trier in Hillesheim". Die EingĂ€gne zu den Zimmern bestehen heute noch aus schweren, eisenbeschlagenen TĂŒren. Stilgerecht wurden wir auch gleich in StrĂ€flingskleidung gesteckt und mussten so den weiteren Abend verbringen. Es hat allen riesigen Spaß gemacht.

 Hier beendeten wir den ersten Teil des Eifelsteiges und alle waren sich einig, im nĂ€chsten Jahr beginnen wir wieder hier in Hillesheim im gleichen Hotel mit dem zweiten Teil der Eifelwanderung, dann aber mit einer stilechten Gerichtsverhandlung.

 StreckenlĂ€nge: ca. 180 km       Aufstiege: ca. 4500 m                       Abstiege: ca. 4200 m

Bericht und Fotos: Udo Helms