Querbeet-Freizeitgruppe DAV Sektion Erlangen

 

Wandern in der Alpenregion Nationalpark GesÀuse

(mit fast 8000 Höhenmetern den Mount Everest erklommen)

vom 9. bis 16. August 2015

GesÀuse057

Eingebettet in die Ennstaler Alpen liegt tief eingeschnitten die grĂ¶ĂŸte Felsschlucht Europas - das GesĂ€use, ein Naturparadies mit herrlichen AuwĂ€ldern, Almen und einem fĂŒr Bergsteiger und Kletterer legendĂ€ren Felsenreich.

Streng genommen bezeichnet das GesĂ€use lediglich das 16 km lange Durchbruchtal der Enns zwischen Admont und Hieflau und die SeitentĂ€ler von Radmer und Johnsbach. Die Enns ĂŒber-windet innerhalb dieser kurzen Strecke ein GefĂ€lle von ĂŒber 150 Meter. Das wildschĂ€umende, schnell dahinsausende Wildwasser gab diesem hochalpinen Abschnitt seinen Namen. Das Steierische Ennstal flussaufwĂ€rts westlich ist durch einen sehr breiten, nahezu ebenen Talboden geprĂ€gt.

Dieses Gebiet war das Ziel von 11 Querbeetlern. In Admont angekommen, besuchten wir das Benediktinerstift, eingebettet in die atemberaubende Gebirgskulisse des Nationalpark GesĂ€use. Die Admonter Bibliothek ist ein historisches Monument der Buchkultur, deren Bedeutung den regionalen Raum weit ĂŒbersteigt. Andererseits bietet sie aber ebenso wertvolles und umfassendes Quellenmaterial zur Geschichte des Umlandes. Der gesamte BĂŒcherbestand umfasst an die 200 000 BĂ€nde. Den kostbarsten Schatz bilden dabei die mehr als 1 400 Handschriften (ab dem 8. Jahrhundert) sowie die 530 Inkunabeln (FrĂŒhdrucke bis zum Jahr 1500). Nach der Besichtigung gingen wir zurĂŒck zum Gasthof Buchner und in geselliger Runde beendeten wir den Tag in dem lauschigen Biergarten.

FrĂŒh am Morgen zogen wir gut gelaunt los. Sonnig und warm war es schon, so sollte es bis Freitag sein. ZunĂ€chst fĂŒhrte uns der Weg auf schmalen Pfaden an der Enns entlang. Fast schon urwaldmĂ€ĂŸig schlĂ€ngelte sich der Weg in Richtung Frauenberg, eine Wallfahrtskirche. Über einen Höhenweg gelangten wir zu dem Ort Ardning. Danach fĂŒhrte uns eine Forststraße immer bergauf, die Sonne meinte es gut, sie strahlte vom Himmel, einige Pausen waren die Folge. Bald erreichten wir die Ardningalm und stĂ€rkten uns bei Karin und Klaus. Danach setzten wir den Weg fort hinauf zum Rohrauer Haus und hatten die erste Steigung von der HĂŒttentour ca. 700 Höhenmeter hinter uns gebracht. Die Wirtsleute waren sehr freundlich und haben uns mit schmackhaften Speisen toll bewirtet.

Die nĂ€chste Etappe fĂŒhrte uns zum Admonter Haus. Aber erst wanderten wir abwĂ€rts zu dem Ort Hall, danach wappneten wir uns fĂŒrden nĂ€chsten Aufstieg zum Admonter Haus. Nach einem Anstieg von etwa 1300 m erreichten wir auf schmalen Pfaden und durch hohe Wiesen, der Schweiß lief in „Strömen“, das schön gelegene Admonter Haus. Auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen. Einige Querbeetler ließen es sich nicht nehmen noch den Hausberg, den Mittagskogel, zu besteigen, um von oben die GesĂ€use-Landschaft zu genießen. Anschließend genossen wir den Abend draußen auf der Terrasse.

Nach Verabschiedung der Wirtsleute machten wir uns an die nÀchste Etappe, diese war sehr anstrengend und auch von der LÀnge her die lÀngste, es waren 24 km und wir hatten einen Anstieg von fast 1900 Höhenmeter zu bewÀltigen.

Nach einer 3/4 Stunde erreichten wir die Grabneralm und nach einem fast nicht enden wollenden abwĂ€rts fĂŒhrenden Forstweg kamen wir wieder ins Tal. Dann mussten wir leider ein StĂŒck Bundesstraße in Kauf nehmen, bevor wir die Abzweigung zum Großen Buchstein erreichten. Ihm folgten wir steil und mĂŒhsam bergauf ĂŒber Geröll bis zur Weggabelung Buchsteinhaus:Großer Buchstein. Ein schmaler Steig erforderte besondere Achtsamkeit, er querte an der Nordflanke des Buchsteins bis wir zum Einstieg Klettersteig "Buchstein SĂŒdwandband" kamen. Nun waren wir bereits in der Kernzone des Nationalparks GesĂ€use angekommen und hatten die großartige Bergkulisse der GesĂ€useberge vor uns. Über felsiges GelĂ€nde, aber auf einem gut begehbaren Steig wanderten wir hinunter zum Buchsteinhaus. Wie ein Adlerhorst klebt es an der SĂŒdflanke des Großen Buchstein.

Am nĂ€chsten Tag wieder hinunter zum Gstatterboden auf etwa 700 m. Hier stĂ€rkten wir uns an einem schattigen PausenplĂ€tzchen. Es war schon sehr warm und Udo beschloss, wegen einer sehr schmerzhaften Wade, einen Ruhetag, einzulegen. Der Rest der Querbeetler ließen es sich nicht nehmen auf die 1500 m Höhe gelegene Ennnstaler HĂŒtte zu wandern.

Wir trafen uns alle wieder, frisch gestĂ€rkt, am nĂ€chsten Tag in Gstatterboden, um den Weg zur HesshĂŒtte anzugehen. Diesmal war es Christoph, der beschloss einen Ruhetag in Admont einzulegen, verstĂ€ndlich, es war einfach sehr, sehr warm und soviel zum Trinken wie man braucht, kann mach auch nicht mitnehmen. Der Rest stieg nun steil hinauf auf dem Wasserfallweg zur HesshĂŒtte. Der von der Alpinen Gesellschaft "Ennstaler" in den Jahren 1891/92 erbaute Weg ist derart versichert und mit Leitern versehen, dass wir ihn ohne große Schwierigkeiten begehen konnten. Immerhin erforderten einige Stellen Übung und Schwindelfreiheit. Unterwegs hatten wir prachtvoller Tiefblicke ins GesĂ€use.  Im letzten StĂŒck ging es schĂ€rfer ansteigend durch eine feuchte Rinne zu einer Aluleiter 16 m lang und weiteren 4 Leitern. Etwa 30 m hoch, die unterste 72° geneigt, alle mit festen eisernen GelĂ€nder und beiderseits mit Drahtseilen versehen, vermitteln sie den Aufstieg in den oberen Wasserfallkessel, wo ein grĂŒnes PlĂ€tzchen mit schönen Ausblick Rast bot. Zuletzt noch ein schweißtreibender Aufstieg zur HĂŒtte, wo uns der urige HĂŒttenwirt Reini freundlich empfing.

Wieder sonnig und warm war der nĂ€chste Tag. Aber zuerst hinunter zum Köblwirt. Hier legten wir eine gemĂŒtliche Rast ein, bevor wir wieder aufstiegen zur höher gelegenen Mödlinger HĂŒtte auf 1500 m . Hier war schon mehr Betrieb, der Parkplatz war nicht weit und heute war Feiertag, der 15. August. Eines mĂŒssen wir erwĂ€hnen, wir hatten Zimmer, ganz toll, sie sahen aus wie Wohnschlafzimmer, sogar mit HandtĂŒchern. Sehr gut geschlafen hatten wir, aber das FrĂŒhstĂŒck am nĂ€chsten Tag, das war ein Genuss, besser als in manchen Hotels. Querbett hat dies sichtlich genossen.

Der letzte Tag, wie vorausgesehen, wolkenverhangen und trĂŒb. Wir dĂŒrfen uns von der Höhenangabe der beiden HĂŒtten nicht tĂ€uschen lassen - das ist kein gemĂŒtlicher Wanderweg auf einer Hochebene! Zuerst steigen wir hinunter in die Flitzenalm, ein romantischer und gleichzeitig imposanter Platz am Fuße des Admonter Reichensteins. Dann folgte wieder der Aufstieg, hier erwischte uns ein heftiger Regen. Schließlich kamen wir zum Kalblinggatterl. Hier hatten wir, etwas durchnĂ€sst den letzten Anstieg geschafft und wir sahen bald die Oberst Klinke HĂŒtte zu unseren FĂŒĂŸen.

WehmĂŒtig die letzte GesĂ€use-SchutzhĂŒtte hinter uns lassend, erwartete uns das bestellte

Taxi, welches uns schnell und zĂŒgig hinunter nach Admont brachte, denn der Weg hinunter war nicht so interessant.

Es war eine anstrengende, aber interessante GesĂ€use-Rundtour. Querbeet hat es Spaß gemacht.

 

StreckenlÀnge ca. 120 km

Höhenmeter ca. 8000 m

 

Organisation und Bericht: Udo     Fotos : BĂ€rbel, Udo, Fritz, Klaus