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Wanderung um Houbirg und Hochberg zum Hohlen Fels

am 4. März 2012

Happurg017

Pünktlich brachte die S-Bahn 25 Querbeetler nach Happurg, dem Ausgangspunkt der Wanderung um Houbirg und Hochberg zum Hohlen Fels. Der Weg war geprägt von interessanten "Fundorten". Zunächst kamen wir zum sogenannten "Doggerwerk", eines der bedeutendsten Bauwerken. Es gehört zu dem vom Mai 1944 bis April 1945 im Bergstock der Houbirg angelegtem Stollensystem. Um die für die Kriegsführung notwendige Rüstungsproduktion aufrecht zu erhalten und sogar steigern zu können, musste die Verlagerung von kriegswichtigen Betrieben in bombensichere Räume erfolgen. Die neu zu erschließenden Produktionsstätten und deren Dislozierung unterlagen von Beginn an der Geheimhaltung. Es wurden Bezeichnungen wie "Südwerk", "Ostwerk", "Mittelwerk" oder "Doggerwerk" entsprechend der Lage dieser Werke im Deutschen Reich eingeführt. Diese Tarnnamen deuten bereits darauf hin, dass das komplizierte Zusammenwirken aller am Bau beteiligten Personen und Ämter unter strengster Geheimhaltung ablief. Das Doggerwerk war konzipiert als ein Gitternetz von bis zu 7 m breiten und 5 m hohen Längs- und Querstollen. Hiervon wurden bis zur Einstellung der Bauarbeiten im April 1945 drei Längsstollen mit Gesamtlängen zwischen 270 m und 400 m in den Berg getrieben, welche jedoch nur zum Teil ausbetoniert sind. Das Stollensystem ist wegen der Einsturzgefahr nicht zugänglich.
Auf verschlungenen und steilen Pfaden erreichten wir den landschaftlichen Höhepunkt unserer Wanderung - der Hohe Fels. Dies ist eine große Höhle in 530 m Höhe, die den Menschen seit der mittleren Altsteinzeit vor etwa 60.000 Jahren Schutz bot. Ein doppeltes "Felsentor" führt zu einem kleinen Plateau vor ihrem Eingang, von dem sich -wie auch vom Felsen über der Höhle- ein herrlicher Ausblick auf die Umgebung mit dem Happurger Staussee bietet.
Kurz vor Mittelburg befassten wir uns mit der Kirchenruine "Zum heiligen Baum". 1472 wird sie als Eigentum der Herren von Reicheneck erwähnt, sicher aber ist der einschiffige spätgotische Bau aber schon älter. Heute sind nur noch die bis zu 5 m hohen Umfassungsmauern, das Portal und ein spitzbogiges Fenster übrig, aber noch immer zieht nach altem Brauch anlässlich der Arzloher Kirchweih am Sonntag vor dem Fest des Apostels Jakobus (25. Juli) unter den Klängen des Posaunenchors eine lange Prozession zur Ruine.
In dem gemütlichen Gasthof zur Linde in Mittelburg stärkten wir uns mit Brotzeiten, leckeren Bratwürsten oder einem knusprigen Schnitzel. Der Hunger war gestillt und so zogen wir gutgelaunt durch Wald und Flur erst zum Hochberg und dann weiter zum Houbirg.
Der Hochberg wurde in der Vorgeschichte mehrfach besiedelt. In der Jungsteinzeit (ca. 2800 v. Chr.) befand sich hier eine bedeutende schnurkeramische Höhensiedlung. In der Späthallstatt / Frühlatenezeit (ca. 600 – 400 v. Chr.) befestigten ihn die Kelten mit umlaufenden Mauern. Mittelpunkt war ein gewaltiges Massiv aus Felstürmen, Apris und Höhlen, das auch die Oberburg trug. Funde deuten auf rituale, kultische Handlungen hin und belegen einen keltischen Brandopferplatz auf den Höhen des Hochberges.
Auf dem Houbirg sieht man noch immer gewaltige Reste einer vorgeschichtlichen Anlage. Wegen seiner strategisch günstigen Lage war das zwischen 486 und 617 m hoch gelegene Gipfelplateau ein idealer Siedlungsplatz. Schon etwa 1600 v. Chr. war die Houbirg besiedelt und wahrscheinlich schon seit etwa 900 v. Chr. auch durch einen Wall geschützt. Um 500, in der Hallstattzeit, bauten die Kelten die Siedlung zu einer mauerumgürteten wehrhaften Befestigung aus, von der aus nicht nur das Umland, sondern auch der Fernhandel kontrolliert werden konnte. Funde – unter anderem sehr feine, qualitativ hochwertige Keramik, Bronzefibeln, Glasperlen - sowie Spuren von Eisengewinnung und –verarbeitung beweisen, dass die „Stadt“ auf der Houbirg reich und eines der wichtigen Zentren des großen keltischen Siedlungsraums war, der sich über weite Teile Mitteleuropas erstreckte.
Nach 21 km und 636 Höhenmeter beendeten wir unsere Wanderung in Happurg. Es war eine Strecke mit interessanten Fundorten aus vorgeschichtlicher Zeit.
 

Organisation/ Bilder und Bericht: Udo

 

Querbeet - forschen Schrittes

Querbeet - im Querwald

Querbeet skeptisch

Querbeet - forschen Schrittes

Querbeet - im Querwald

 

 

 

Querbeet skeptisch

Vorsicht - rutschig

Susanne

Stollensystem Doggerwerk

 

Vorsicht - rutschig

Susanne

Stollensystem Doggerwerk

 

 

Ulrike

steil hinauf

es ist geschafft

 

Ulrike

 

steil hinauf

es ist geschafft

 

Querbeet

Happurger See

Querbeet - hoch hinaus

Kirchenruine

Oliver - sehr bedächtig

Querbeet

 

Happurger See

Querbeet - hoch hinaus

Kirchenruine

Oliver - sehr bedächtig

leckere Wurst

Querbeet - auf Pfaden

Querbeet - im alpinen Gelände

leckere Wurst

 

 

 

Querbeet - auf Pfaden

Querbeet - im alpinen Gelände

Querbäume

Houbirg

Happurg

Querbäume

 

Houbirg

Happurg