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Durchquerung der Julischen Alpen

12.- 20. August 2013

 

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Im Südosten gibt es einen großen Alpenbogen und dort sind die Julischen Alpen zu finden. An der Südseite der Alpen hatten sich in früheren Zeiten das Herrschergeschlecht der Julier angesiedelt. Der Teil der genannten Alpen bekam dadurch den Beinamen - Julische. Aus mesozoischen Meeresablagerungen bildete sich das Gebirge.

Die Slowenen sind ein Bergvolk und der Triglav ist ihr Symbol. Sehr früh entstanden in dieser Bergwelt Naturschutzgebiete - wie der Nationalpark Triglav.

Dieser Naturpark war das Ziel von 15 Querbeetlern.  Die Anreise nach Bohinjska Bistrica, Ausgangs-und Endpunkt der Wanderung, war schon recht lang. Aber trotz der Bahn-Baustelle und Schienenersatzverkehr in Österreich erreichten wir wie vorgesehen unser Hostel Pod Voglom & Pac Sports, eine Art Jugendherberge.

Am nächsten Tag, bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg. Ziel war die Pilgerstätte für Botaniker - Crna prst. Nicht einfach war es in  diesem recht unbekannten Teil der Julischen Alpen den richtigen Weg zu finden. Für Querbeet eine Herausforderung und nach einem steilen, mit vielen Felsen durchsetzten Steig, erreichten wir am Abend das Crna prest Haus. Hier erwartete uns der Hüttenwirt und seiner Frau mit einer schmackhaften und heißen Suppe., die uns auch wieder aufwärmte, denn am letzten Teil unseres Aufstieges begann es zu regnen und kalt zu werden. Diese erste Übernachtungshütte zeigte uns, wie einfach und schlicht die Unterkünfte in den Julischen Alpen sind. Waschräume, ganz selten. Außerhalb der Hütte gab es einen Brunnen mit einem sehr spärlichen Wasserfluss. Am Abend, oh Schreck, heftiger Regen. Nichts war es mit dem Blumenwunder auf der Crna prst.

Auch der nächste Tag, Regen, kalt, sehr windig und kaum Sicht. An den Weiterweg über den Grat war nicht zu denken, zu gefährlich. Wir beschlossen nach Bohinjska Bistrica abzusteigen und mit dem Bus nach Savici zu fahren. Dort hatte die liebe Hüttenwirtin für uns in einer Hütte bereits eine Übernachtung reservieren können. Der Abstieg zum Ort war steil und auch rutschig, besonders im unteren Teil, wo aus einem Lehmweg eine Rutschbahn entstand.

Der folgende Tag war wieder sonnig, klar und frisch. In Serpentinen ging es steil, aber zügig hinauf, zur Hütte Dom na Komni. In einem leichten Auf und Ab durch das Komna-Tal erreichten wir die Sieben-Seen-Hütte. Hier erlebten wir, was es heißt, in der Ferienzeit in den Julischen Alpen zu wandern. Die Hütte war übervoll, aber die Reservierungen haben wie auf allen Hütten hervorragend geklappt, unsere Schlafplätze waren gesichert. Hier gab es zwar Waschräume, aber ein Schild machte uns darauf aufmerksam, dass Körperwaschungen nicht erlaubt sind.

Die Nacht verlief recht ruhig und nach dem üblichen kargen Frühstück (alles war einzeln zu bezahlen-jede Scheibe Brot, Päckchen Marmelade, Butter usw.) wanderten wir durch das bezaubernde Tal der sieben Seen hinauf zum 2340 m hohen Hribarice Pass. Danach war der Weg felsig und steil und über den Dolic-Sattel erreichten wir unser Ziel - die Hütte Dom Planika. Hier ging es zu wie auf einem Großstadt-Bahnhof. Unsere Übernachtung war aber gesichert. Jede freie Ecke in der Hütte wurde zum Schlafen ausgenutzt.

Nun kam der große Tag - die Besteigung des Triglav. Nicht alle machten sich an den Aufstieg. Früh am Morgen, gegen 6 Uhr, kaum Slowenen unterwegs, begann für 9 Querbeetler der Aufstieg über den versicherten Steig zum Gipfel. Nach etwa 1 1/2 Stunden war der Gipfel erreicht mit dem Wahrzeichen Aljazev Stolp, ein kleiner Blechturm, errichtet im Jahr 1895, und in den 1970er Jahren knallrot angestrichen, heute aber steht er da in dezentem Grau. Von dem Gipfel ein toller Ausblick in die Weite, beschreiben kann man es nicht, man muss es gesehen haben. Ein geschäftstüchtiger Slowene, kaum zu glauben, verkaufte dort Getränke, auch eine Urkunde konnte erworben werden.

Gegen Mittag wanderten wir hinunter zu der nicht weit entfernten Hütte Vodnikov Dom.

Hier war es nicht so "jahrmarktmäßig" wie auf der vorherigen Hütte. Voll war es auch, aber wir konnten uns noch bewegen.

Der folgende Tag, es war der vorletzte, machten wir erst einen Abstecher zur Hütte (war schon ein Gasthaus) Planinska koca na Uskovnici. Auf dem Weg dorthin konnten wir wunderbare Ausblicke in die Weite genießen und auf den Wocheiner See. Nach einem sehr steilen Abstieg durch den Wald erreichten wir das Voje Tal und Planinska koča na Vojah. Dieses Haus wies keinen Hüttencharakter auf, es war schon ein Gasthaus, viel Platz, richtige Betten und eine Dusche. Das Abendessen war gut und schmackhaft und das Frühstück - ausgezeichnet. Einer schöner Abschluss nach unserer Wanderung.

Es brach der letzte Tag an. Ein Highlight lag noch auf der Strecke - die Mostnica Schlucht. Der Mostnica - Bach hat sich tief in die Kalkstein-Trogschluchten eingegraben. Am tiefsten sind die Schluchten bei der Teufelsbrücke und manchmal nur einen Meter breit.

Am Ausgang der Schlucht lag der Wocheiner See im strahlenden Sonnenlicht klar vor uns. Wir wanderten nicht direkt zum Hostel Pod Voglom, sondern beschlossen am Ufer entlang zu gehen bis am Ende des Sees, nach Ukanc. Zwischendurch lockte der klare See zum Bad, welches auch einige Querbeetler nutzten. In Ukanc angekommen stiegen wir in ein Elektroboot, welches früher auf dem Königssee fuhr und hierher verschenkt wurde und in ruhiger Fahrt erreichten wir Ribzec Laz. Von hier noch eine kurze Strecke und das Hostel Pod Voglom war wieder erreicht.

Früh am nächsten Tag, es regnete, machten wir uns auf den Weg zur Heimreise. Zügig erreichten wir Erlangen, wo uns Christa mit einem Begrüßungssekt erwartete.

Streckenlänge: ca. 110 km        ca. 5000 Höhenmeter

Organisation und Bericht: Udo Helms                    Bilder: Reiner

 

 

In memoriam

Martin Bald

der zur gleichen Zeit in Südtirol unterwegs war und nach einer Tour durch seine Lieblingsberge der Texelgruppe verstarb.