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Liechtenstein

Wanderung über den Liechtensteiner Hauptkamm (Teil der Via Alpina)

1.- 4. September 2013

Liechtenstein-Fürstensteig-Drei Schwestern

 

Das 6-kleinste Land der Erde

 war das Ziel von Querbeet. Liechtenstein ist bekannt als Finanzplatz, aber weniger als  Wanderparadies. 11 Querbeetler, davon immerhin 8 Querbeetlerinnen, folgten den Ruf Reiners in diese „ unbekannte Ecke “.   Mit öffentlichen Verkehrsmitteln war der die Anfahrt zwar sehr günstig aber auch mit vielen Umsteigen verbunden. Eine Alternative mit schnellen Zügen stand aber auch gar nicht zur Verfügung. Eine Bahnsperrung bei Kempten erhöhte die Anzahl der Stationen erheblich – es ging von  Erlangen über Nürnberg-München-Bisloe-Kissleg-Memmingen-Lindau-Bregenz- Margareten-Buchs-Vaduz-Malbun zur Bergstation Sareis. Dadurch war die Fahrt aber auch kurzweilig – teilweise durch Landschaften und Orte, die noch keiner von uns gehört und gesehen hat. Während der Bahnfahrt spendete Uli noch eine Flasche Rotwein um ihre „Namensänderung“ zu feiern. Fast hätten wir die Anfahrt planmäßig geschafft. 2 Minuten fehlten uns nur in Lindau und damit der nächste Zug. Mit der Seilbahn ging es von Malbun, dem einzigen Skigebiets Liechtensteins  hinauf zur Bergstation Sareis. Dort kamen wir  nur eine Stunde später an als geplant. Eine kurze Kaffeepause war trotz der Verspätung Pflicht.

  Ein letzter Regenschauer kurz vorm Start unserer Tour an der Bergstation Sareis ließ uns noch etwas warten,  von nun an besserte sich das Wetter zusehends und steigerte sich bis zum Kaiserwetter im Laufe der Tour. Wir mussten uns aber sputen um nicht in die Dunkelheit zu kommen. Über einen Gratweg,  den Fürstin Gina Weg, wanderten wir bei teilweise mystischen Wolkenstimmungen über den ersten Gipfel, den Augstenberg, zur Pfälzer Hütte, die wir nach ca. 2 ½ Stunden erreichten und wo wir erstklassig versorgt wurden. Mit einem Quiz am Abend brachte Reiner den Teilnehmern  Liechtenstein unser „Wanderland“ näher. Die Siegergruppe gewann eine Flasche lokalen Weines. Ergänzt durch eine weitere Flaschenspende von Stefan war dies ein schöner flüssiger Abschluss des Tages.  Am nächsten Morgen erklomm ein Teil der Gruppe ohne Gepäck  den Naafkopf. Die Wolken hatten an Höhe gewonnen so dass sich beim Aufstieg ein herrlicher Blick in die Bergwelt sowie der Fauna (Gämsen und Murmeltiere) und Flora bot. Letzte Schneefelder zeugten vom langen Winter. Der Rundblick am Gipfel war frei in alle Richtungen. Hier könnte man, wenn man oder frau 3 Beine hätte,  mit jedem Bein gleichzeitig in einem anderen Land stehen. Liechtenstein, Österreich und die Schweiz treffen hier aufeinander. Der Naafkopf ist der 2. höchste Berg Liechtenstein. Das kleine Land hat immerhin mehr als 20 Berge über 2000 m. Nach dem Abstieg und einer warmen Suppe in der Pfälzer Hütte ging‘s hinab ins Valünatal und an den Hängen entlang durch eine abwechslungsreiche Flora. Unterwegs beobachteten  uns unzählige und gar nicht scheue Murmeltiere. Ziel war der Berggasthof Sücka oberhalb von Steg. Dort ließen wir es uns bei Rösti und Käsefondue gutgehen. Der nächste Morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Es sollte auch die Königsetappe werden mit dem Fürstensteig und der Überschreitung der  Drei Schwestern – eine Traumtour. Die Wegeanlage zählt zu den kühnsten des Rätikons. Ein herrlicher Panoramaweg weit oberhalb des Rheintales führt von Sücka zum Fürstensteig in der Felswand die steil zum Rheintal abfällt. Der Weg unterhalb der Alpspitze ist gut ausgebaut, bedarf aber größter Vorsicht auch wegen der Steinschlaggefahr. Stetig bergauf erreichten wir den Gafleisattel. Nach einer Pause auf mit Blick auf den  Vorarlberger Wald und das Drei Schwesternmassiv startenden wir  gemächlich aufwärts zum 2. Teil der Tagesetappe. Dann ging es aber  immer wieder auf und ab über die Gafleispitz, den Kuhgrat und Garsellikopf und dann leicht kletternd über eine der Schwestern. Die Ausblicke waren in alle Richtungen grandios – besonders hinab. Beim steilen und sehr anspruchsvollen Abstieg war wieder vollste Aufmerksamkeit gefordert und kein Fehltritt erlaubt. Leitern und Seile sowie Holztritte halfen die Steilstellen zu überwinden. Für manche Querbeetler war dies eine noch nicht erlebte Herausforderung, die aber alle mit Bravour meisterten. Die Wetterbedingungen hierzu waren auch ideal.

Der Abstieg zur Gafurahütte dauerte aber wesentlich länger als geplant,  da die Schlüsselstellungen ihre Zeit brauchten. Kurz vor  18 Uhr erreichten wir  wohlbehalten aber auch etwas müde die Hütte. Rösti und ähnliches in der noch warmen Abendsonne sowie einige isotonische Getränke waren die Belohnung. Die Drei Schwestern glühten für uns im Abendrot.

Am nächsten Morgen, wieder ein schöner Sommer-Sonnentag, mussten wir erst 200 m wieder aufsteigen um dann über den Saroiasattel stetig abwärts zur Feldkircher Hütte - mit angenehmer Rast auf der Sonnenterasse. Von dort stiegen wir den steilen urigen Geisweg im schattigen Wald direkt nach Feldkirch in Österreich ab. In dem hübschen Städtchen gab es nach Gusto Mittagessen, Kaffee und Eis. Ein kleiner Rundgang schloss diese außergewöhnliche Kurztour ab.

Zurück brachte uns die Bahn wie geplant mit diesmal nur 2-mal Umsteigen direkt nach Erlangen.

Für alle ein bleibendes Erlebnis.

Tourdaten: knapp 50 Km auf 2320 Hm ab 3450 Hm

Organisation/Bericht und Bilder : Reiner

 

Anmerkung zu den Drei Schwestern: Drei Schwestern wurden in Felsgipfel verwandelt, weil sie am Sonntag nicht zur Kirche gingen, sondern sich in den Bergen beim Beerenpflücken vergnügten.....