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Rothaarsteig

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Am Dienstag, 31. Mai 2011, trafen sich 10 muntere Querbeetler auf dem Bahnhof in Erlangen. Mit dem Zug und Bus fuhren wir entspannt und bequem zur alten Hansestadt Brilon im Sauerland, dem Startpunkt des Rothaarsteiges. Der Name ist leider nicht ganz gerechtfertigt, denn die meisten Wege waren leider geschotterte sowie befahrbare Forststraßen. Ab und an von Pfaden abwechslungsreicher gestaltet. Anzumerken ist es aber, dass die Landschaft des Rothaargebirges doch faszinierend und ursprünglich zugleich war. Der Rothaarsteig verbindet Brilon mit dem Sauerland über das Wittgensteiner Bergland und das Siegerland mit der Ornaierstadt Dillenburg am Fuß des Westerwaldes.

In Brilon angekommen erwartete uns ein leichter Regen, der unserer guten Stimmung nicht schadete. Nach einer kurzen Besichtigung der Stadt wanderten wir vom Marktplatz eine kurze Strecke zum ersten Hotel unserer Tour, das Waldhotel Klaholz.

Am nächsten Morgen kein Regen mehr. Es war trocken. Früh begannen wir unsere Wanderung in das etwa 25 km entfernt liegende Touristenstädtchen Willingen. Unsere erste Quelle, war die Möhnequelle, der erste große Nebenfluß der Ruhr. Ein weiterer Höhepunkt der Tour war Borbergs Kirchhof, eine frühmittelalterliche Wallanlage aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Der nächste Höhepunkt war, man höre und staune, eine "Klettervariante" über den Ginsterkopf. Diese Variante entpuppte sich nur als schmaler Weg über einen Bergrat, allerdings mit prächtiger Aussicht. Bald erblickten wir die mächtigen Bruchhausersteine. Diese Porphyrfelsen sind aus vulkanischer Lava entstanden und stammen erdgeschichtlich aus der Devonzeit. Über bequeme Wege und einem langezogenen Anstieg erreichten wir den Richtplatz, eine frühere Gerichtstätte des kurkölnischen Gaugerichts. Von hier aus zogen wir hinunter nach Willingen, ein lebhaftes Touristenstädtchen. In Hotel Hochheide wurden wir freundlich empfangen.

Heute am Donnerstag, wunderschöner Sonnenschein, fuhr uns der Wirt mit seinem Auto hinauf zu einem Parkplatz. Wir wollten diesen unnötigen Anstieg zum Richtplatz vermeiden. Beschwingt begannen wir unsere Wanderung in den ca. 21 km gelegenen bekannten Wintersportort Winterberg. Wir gelangten zum Langenberg, dem höchsten Punkt Nordrhein-Westfalens. Nach ein paar Kilometern veränderte sich die Landschaft: der Wald wurde lichter und wich einer Heidelandschaft, der Niedersfelder Hochheide. Wir erreichten den kleinen Ort Küstelberg. Vorbei an der Ruhrquelle führte der Weg über die Heidenstraße, eine historische Verbindung von Köln nach Leipzig, zum Etappen-ziel Winterberg. Bald war auch unsere Unterkunft in Winterberg erreicht - das Hotel Kiepenkerl, mittlerweile fest in holländischer Hand.

Am Freitag wurden wir wieder mit strahlendem Sonnenschein geweckt. Leider entpuppte sich die Wanderstrecke zu dem 12 km entfernten Hohelye als wanderunfreundlicher geschotterter Fahrweg. Am Berghotel Kahler Asten wurde eine kleine Pause eingelegt. Auf dem weiteren Weg kamen wir zur Lennequelle. Auch hier bahnten sich, wie bei den Quellen vorher, kleine Tropfen Wasser mühsam einen Weg durch den trockenen Boden. Die Lenne ist der längste Nebenfluss der Ruhr. Am frühen Nachmittag erreichten wir Hohelye. Der Graberhof, ein älteres Gebäude, war unser Ziel. Am Abend machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einem etwas über den Graberhof liegenden Vital- Hotel. Hier fiel uns auf, das alle Kunstgegenstände zu einem Schleuderpreis verkauft wurden. In der Bar ließen wir uns bei "kuscheliger Schmusemusik" mit einem Nachtgetränk bewirten.

Samstag, wieder ein schöner Tag, wanderten wir zum ca. 24 km entfernt liegenden Rhein- Weser- Turm. Der Turm steht auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser und bot eine wunderbare Aussicht auf das südliche Sauerland. Dieser Weg, leider auch überwiegend eine geschotterte Fahrstraße, bot keine großen Höhepunkte. Eine kleine, künstlich errichtete 4o m lange Hängebrücke war fast, bis auf einige Ausblicke, der einzige Höhepunkt auf der Strecke. An der Sombornquelle vorbei und durch Jagdhaus, erreichten wir den Rhein-Weser-Turm, unser Endziel dieser Etappe. Freundlich wurden wir empfangen. Auch das Frühstück am nächsten Morgen im Turm und das schöne Wetter ließen eine gute Stimmung aufkommen.

Heute, am Sonntag, hatten wir eine kurze Etappe von ca. 16 km bis Lützel vor uns. Höhepunkte auf dieser Tour gab es keine besonderen, bis auf das romantische Schwarzbachtal. An der trockenen Ferndorfquelle vorbei wanderten wir zum Gasthaus Ginsburger Heide. Hier beendeten wir unsere heutige Etappe. Gerade rechtzeitig vor einem aufziehenden Gewitter.

Der Sonnenschein trieb uns am nächsten Morgen, ein Montag, rechtzeitig aus den Federn. Knapp 20 km war die Wegstrecke zu dem Forsthaus Lahnquelle in Lahnhof. Die Ruine Ginsburg war unser erstes Ziel, eine ehemalige Grenzfeste von Wilhelm von Oranien. Von der Plattform der Ruine hatten wir einen wunderbaren Ausblick. Ebenfalls vom Gillerturm, der bald unseren Weiterweg säumte. Die Ederquelle, auch als Juwel der Flüsse Hessen bezeichnet, war unser nächstes Ziel. Auf der Kohlenstraße führte uns der Weiterweg zur Siegquelle. Bald folgte die ebenfalls sehr trockene Ilmquelle. Nach kurzer Zeit tauchte das romantische Forsthaus Lahnquelle auf, in welchem wir einen schönen Abend verbrachten. Auch wieder rechtzeitig vor einem sich drohend zeigendem Gewitter.

Die Wanderung führte uns heute am Dienstag, zur Ilsequelle, einer seit dem Mittelalter bekannten Heilquelle. Vor Ort bereit gestellte Trinkbecher luden zu einer Probe ein. Weiter ging es über den Jagdberg. Kurz vor Hainchen passierten wir einige besonders knorrige Eichen. Die in Stein eingefasste Dillquelle war das nächste Highlight, bevor wir den Landgasthof "Drei Eichen" in Gernsdorf erreichten.

Der Wetterbericht für den heutigen Mittwoch meldete nichts Gutes. Nach dem heftigen Regen in der Nacht war es am Morgen fast schon wieder trocken. Der Wald nahm uns auf mit den gespenstisch aussehenden Nebelschwaden. Das Ziel dieser Etappe war das ca. 25 km entfernt liegende Westerwalstädtchen Dillenburg. Von der Tiefenrother Höhe konnten wir leider die wunderbare Aussicht nicht genießen. Nach der Tiefenrother Höhe wanderten wir zu einem beeindruckenden Naturdenkmal, der Lucaseiche, deren Alter auf ca. 220 Jahre geschätzt wird. Ein hartnäckiges Stück Baum. Es überstand 1978 sogar den Übermut zündelnder Kinder - wenn auch mit einigen danach notwendigen Ausmauerungen. Bald erreichten wir Dillenburg. Wir wanderten quer durch Dillenburg zur letzten Sehenswürdigkeit unserer Tour: der Wilhelmsturm auf dem Schlossberg überragt das gesamte Stadtbild und ist von überall her zu sehen. Der Aufstieg führte über steile Treppen und stellte nach der Wanderung noch eine kleine Herausforderung dar. Hier, in Dillenburg, endete unsere Wanderung auf dem Rothaarsteig.

Am Abend brachte uns der Zug pünktlich nach Erlangen zurück. Am Bahnhof erwartete uns Christa mit einem kleinen Willkommenstrunk.

Alles in allem war es für die Teilnehmer ein schönes Naturerlebnis, welches sicher bleibend in Erinnerung sein wird. Dazu beigetragen hat auch die gute Stimmung während der Wanderung.

Insgesamt legten wir ca. 160 km zurück und die Aufstiegshöhenmeter waren ca. 4000

Organisation und Bericht: Udo   Bilder und Impressionen: Reiner (link)

 

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