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RuhrtalRadweg und Route der Industriekultur

vom Sauerland und durch das Ruhrgebiet bis an den Rhein

vom 17. bis 25. Mai 2014

 

Ruhrtalradweg 2014

Der Abfahrtstag schien sonnig zu werden. Und so war es auch. Eine sonnige Radtour für 10 Querbeetler und 2 Gäste stand bevor. Nach dem Verladen der Räder in den Anhän-ger, mit Pappen geschützt und verspannt, wurden wir streßfrei mit dem Bus nach Winterberg gebracht. Gegen Mittag erreichten wir die frühere Hansestadt Winterberg im Hochsauerland. Zunächst steuerten wir die Ruhrquelle an, führwar ein spärliches Rinnsal.  Immer in der Nähe der Ruhr entlang erreichten wir unser Etappenziel - Meschede. Nach dem schmackhaften Essen am Abend hieß es nun noch etwas die Beine bewegen. Für einen Spaziergang war der nahe gelegene Hennesse gut geignet.  Dieser See dient der Wasserversorgung für das Ruhrgebiet.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg, weiter auf dem Ruhrtalradweg, in Richtung Arnsberg. Das idyllische Städtchen besitzt einen schönen historischen Ortskern und lud zum Verweilen ein.  Bald erreichten wir auch unsere Unterkunft in Herdringen, ein Arnsberger Stadtteil. Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir ohne Gepäck zum Möhnesee. Zunächst recht lange und steil hinauf und dann hinunter zum Möhnesee.  Dieser See, eine Talsperre, dient ebenfalls der Wasserversorgung für das Ruhrgebiet. Der Tag heute war sehr warm und wieder zurück am Gasthaus schmeckten die Getränke besonders gut.

Auf der nächsten Etappe verließen wir den Ruhrtalradweg und kamen an die Emscher. Die weitere Fahrt führte uns durch die Emscherauen, am Dortmunder Westfalenpark vorbei nach Dortmund Bövinghausen, unsere heutiges Ziel.

Die nächsten Tage waren geprägt durch die Route der Industriekultur. Der vierte Tag begann mit der Besichtigung der stillgelegten Zeche Zollern. Diese Zeche mit seinen prunkvollen Backsteinfassaden und opulenten Giebeln mit Zinnenkranz und Ecktürmchen erinnerte eher an eine Schlossanlage als an eine Schachtanlage.  Sie ist eine Ikone der Industriekultur. Nach der interessanten Führung fuhren wir weiter, eine fast unberühr-te Landschaft erwartete uns, und das mitten im Ruhrgebiet, idyllische Teichlandschaf-ten und ruhige Wälder. Der Tag endete in Waltrop, das einstige "Vest Recklinghausen",

Am fünften Tag stand abermals ein Höhepunkt auf dem Programm, der Schleusenpark Waltrop. Ein einmaliges Technik-Ensemble ist dieser "Park", dank zweier Sparschleusen und zweier Hebewerke auf engstem Raum. Hier besichtigten wir das 1899 erbaute eindrucksvolle Schiffshebewerk. Es war Deutschlands erstes Schwimmerhebewerk nach dem Auftriebsprinzip und das größte Bauwerk am Dortmund-Ems-Kanal. Gebaut unter der Regierungszeit Kaiser Wilhelm II. Ein sehr eindrucksvolles Bauwerk. Entlang des Rhein-Herne-Kanals fuhren wir auf Nebenstraßen sicher durch das Straßengewirr und errichten auch bald das idyllisch gelegene Gästehaus Bogota, unser heutiges Etappen-ziel.

Auch der sechste Tag begann mit einer tollen Besichtigung, das Bergbaumuseum in Bochum. Mit "Glück auf" wurden wir freundlich empfangen. Anschließend ging es mit dem Förderkorb virtuell in rauschender Fahrt hinunter in eine Tiefe von 1500 m. In Wirk-lichkeit aber nur 20 m abwärts. Zahlreiche Originalmaschinen gaben uns auf dem Rundweg einen Einblick in die Arbeit unter Tage. Weiter fuhren wir südwärts und kamen in Bochum-Dahlhausen wieder an die Ruhr und sind auch bald an unserem Hotel in Essen angelangt - ein Bildungshotel.

Leider war der heutige siebte Tag etwas grau und teilweise ein bißchen regnerisch. Zunächst erwartete uns ein kompetenter Führer am Schacht XII der Zeche Zollverein. Eines der bedeutendsten Industriedenkmäler der Welt. Kompetent und sehr interessant bekamen wir Einblick in die Technik dieser gewaltigen Zechenanlage. Auf der weiteren Fahrt benutzten wir das Essener Radverkehrsnetz wieder in Richtung Ruhr. Ab dem Baldeneysee folgten wir wieder dem Ruhrtalradweg bis Mühlheim. Über verschlungene Wege erreichten wir sicher das Hostel Veritas in Oberhausen. Den Abend genossen wir bei warmer Witterung im idyllischen Hof des Hostels. Die schmackhafte nur in Westfa-len bekannte Currywurst mit tollen Soßen stand auf dem Programm.

Das Gasometer war am Morgen des achten Tages unser Ziel. Mit einer Höhe von 117,5 m, einem Durchmesser von 67 m und einem Speichervolumen von 347.000 m3 war der 1929 erbaute "Scheiben-Gasbehälter" der größte in Europa. Ein tolles Raumerlebnis erwarte-te uns bei Eintritt in den Gasometer.  Der Blick in die Höhe ist ein tolles Erlebnis, verbunden mit Licht-und Klangeffekten. Wechselnde Ausstellungen finden dort statt. Heute konnten wir die Ausstellung "Der schöne Schein" bewundern. Dort wurden Reproduktionen der großen Meister der Kunstgeschichte gezeigt, wie Nofrete, Venus von Milo, oder van Goghs "Sternennacht". Nach diesem Kunstgenuß machten wir uns auf den Weg nach Duisburg zum Landschaftspark Nord- ein ehemals Thyssen'sches Hütten-werk, das 1985 stillgelegt wurde. Hier wurden wir zu einer interessanten zweistündigen Führung erwartet, die uns einen Einblick in die Arbeit der Hüttenwerke vermittelte. Nun war es genug mit Technik und Kultur und in zügiger Fahrt erreichten wir über das Radverkehrsnetz von Duisburg unsere Unterkunft am Rein - ein Bootshaus. Freundlich und liebenswert wurden wir empfangen.

Der letzte Tag wurde genutzt, um den größten Binnenhafen Europas kennenzulernen. Die Räder erhielten eine Verschnaufpause und mit der Straßenbahn fuhren wir entspannt zum Innenhafen. Dort erwartete uns ein Schiff der "Weißen Flotte" zu einer zweistündigen Hafenrundfahrt. Es herrscht dort noch reger Betrieb. Weitläufig sind die Hafenanlagen mit den modernen Umschlageinrichtungen. An Bord des Schiffes befanden sich auch Mitarbeiter vom ZDF, die den Auftrag hatten, eine Reportage über das Ruhrgebiet zu drehen.. Als sie erfuhren, dass wir mit dem Rad das Ruhrgebiet erforscht hatten, mussten Martin und Udo für ein Interview herhalten. Ein Männerchor war auch noch ein Bord, der musste vor laufender Kamera dann auch ein Lied singen.

Am Bootshaus wieder angelangt, stärkten wir uns zunächst mit leckeren Speisen und Getränken. Der Bus erwartete uns bereits und pünktlich um 15:00 Uhr traten wir entspannt die Rückreise nach Erlangen an.

 

Den Querbeetlern hat diese Tour außerordentlich gefallen und viele werden an die interessanten und vielseitigen Erlebsnisse noch lange in Erinnerung behalten.

 

Streckenlänge ca. 360 km, Aufstiege ca. 2120 m, Abstiege ca. 3423 m

 

Organisation/Bericht und Fotos: Udo Helms