Querbeet-Freizeitgruppe DAV Sektion Erlangen

 

Die Naturschönheiten NordrumÀniens

 Wandern und Paddeln

18.-27. Juli 2015

Wandern und Paddeln in NordrumÀnien 2015

Paddeln in NordrumÀnien

Eine Fahrt in die Vergangenheit - Landwirtschaft wie vor 60 Jahren -  Pferdefuhrwerke, Sensen, Trachten und KopftĂŒcher, KĂŒhe und Pferde auf der Straße, Dorfbrunnen in den kleineren Ortschaften alles  im Kontrast mit den Errungenschaften unserer heutigen Zivilisation,   „KommunikationsbĂ€nke“ vor den HĂ€usern und immer freundliche Menschen - bis auf das  unfreundliche  Hotel in Durau.

Die Fahrt und die Touren wurden organisiert und durchgefĂŒhrt von Fedor mit seinem Sohn Samuel. Die Idee einer RumĂ€nienfahrt war schon alt und bereits vor Querbeet geboren. Reiner hatte schon vor Querbeet gemeinsame (Rad-) Touren mit Fedor unternommen. Fedor ist BergfĂŒhrer und bietet auf seiner Homepage diverse sportliche AktivitĂ€ten an. Mit Fedor und Samuel  hat Querbeet 2014 schon die Hohe Tatra durchquert

 

Reiseablauf unser RumÀnienreise:

Samstag, 18.7.

Ursula sammelte uns 3 Erlanger Mitfahrerinnen (Brigitte, Helga, Monika) ein und kurz nach 7:00 Uhr ging es auf der Autobahn bei dichtem Verkehr in Richtung Passau - Wien - Ungarn. Brigitte nutzte die lange Fahrt zum Weiterstricken eines angefangenen Sockens. Auf Grund lĂ€ngerer Staus erreichten wir das Hotel Engler in Mosonmagyarovar erst mit 2-stĂŒndiger VerspĂ€tung.

Die anderen 12 waren bereits mit Fedor und Samuel,  zum „Testpaddeln“ auf dem Fluss ‚Mosoni Dunau‘ ausgerĂŒckt. Erst gegen 20:00 Uhr landeten unsere Paddler an. Leider nicht ohne Pannen: beim Kentern hatte Karl Foto und Brille eingebĂŒĂŸt und Heinz sein Portemonnaie mit Ausweis, - was Folgen haben sollte!

 Sonntag, 19.7.

Umstieg in den slowakischen Bus mit Fahrer Pavel (Paul). Die 4 Privatautos wurden am Hotelparkplatz abgestellt.

Schon um 7:00 Uhr fuhren wir pĂŒnktlich ab, um 18:30 Uhr sollten wir in Leordina bei Viseul de Sus ankommen. Im Bus gab es genĂŒgend Platz, jeder hatte 2 Sitze, die Klimaanlage funktionierte, - unerlĂ€sslich bei Temperaturen knapp unter 40°C. Flott ging die Fahrt auf der Autobahn voran, um 9:00 Uhr waren wir in Budapest. Brigitte hatte inzwischen ihren 1. Socken mit dreifachem RollbĂŒndchen fertig.

Auf den weiten ungarischen Ebenen dominieren riesige Korn- und Sonnenblumenfelder, auch Mais dehnt sich in ausgedehnten Feldern bis zum Horizont aus. Dann folgen Obstplantagen und Kraut- oder RĂŒbenfelder.

Beim GrenzĂŒbertritt wurde Heinz tatsĂ€chlich zurĂŒckgewiesen. Die Handyaufnahme seines Ausweises wurde nicht als gĂŒltiges Dokument akzeptiert. Er musste die Woche bis zur RĂŒckkehr in Budapest verbringen. Wir stellten jetzt unsere Uhren auf rumĂ€nische Zeit um, 1 Stunde vor.

In Sapanta besuchten wir den ‚fröhlichen Friedhof‘, der von 1935-77 von dem HolzkĂŒnstler Patras gestaltet wurde. Typisch sind die blau bemalten, geschnitzten Holzkreuze, die bildlich und mit drastischen Texten (fĂŒr uns leider nicht lesbar) das Leben der Verstorbenen darstellen.

Weiterfahrt bis Leordina zur Pension Miraj, nettes Hotel mit freundlicher Wirtin. Hier erwarteten uns auch Hilde und Otto die schon vorher mit ihrem Wohnwagen unterwegs waren uns sich ab Leordina  anschlossen.

 Montag, 20.7. Leordina

Schlafen auf dem Dorf: nachts bellen die Hunde bis spÀt, kurz nach 4:00 Uhr fangen die HÀhne zu krÀhen an.

Im Maramuresgebirge fuhren wir nach Repedea, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung auf den Pop Ivan. Leider vereitelte beginnender Regen und ein drohendes Gewitter diesen Plan. Vorbei an steilen, sorgfĂ€ltig mit der Sense gemĂ€hten BerghĂ€ngen stiegen wir wieder ab. Besonderheiten am Weg waren der Tintenfischpilz, der reif durch abstoßenden Gestank auffĂ€llt, die kaukasischen Hirtenhunde mit abgeschnittenen Ohren, die keine Angst vor BĂ€ren haben und die zahlreichen Glockenblumenarten, die gerade in der HochblĂŒte waren.

Danach gab es noch eine schöne Flussfahrt auf dem Viseul. Hier hat Karl seine zweite Brille versenkt.

Als abends die Wirtin fĂŒrs nĂ€chste Abendessen ‚chicken‘ vorschlĂ€gt, meint Mike nur trocken „Ja gerne, vor allem, wenn Sie den Hahn von nebenan nehmen!“

 Dienstag, 21.7. Leordina

Vergangene Nacht hatten sich Hunde und HĂ€hne wieder minutengenau abgelöst. GefĂŒhlsmĂ€ĂŸig nicht geschlafen. In der FrĂŒh herrschte Nebel, der aber bald der Sonne wich.

Heute ging’s zur Schmalspurbahn im Vasea-Tal (Wassertal). Die Dampfloks der Mocanita werden mit Holz beheizt. Sie wurde 1933 gebaut, um die bis zu der Zeit geflĂ¶ĂŸten BaumstĂ€mme sicherer zu Tal zu bringen. Ihre Spurweite betrĂ€gt 76 cm, ihre Geschwindigkeit ca. 12 km/h. Von den insgesamt 46 Kilometern dienen heute 21,6 als Touristenattraktion. Vom Endpunkt Paltin, liefen wir ca. eineinhalb Stunden das Tal zurĂŒck und wurden dann vom BĂ€hnle wieder aufgenommen.

In Ieud/Jod und Bogdan Voda besichtigten wir berĂŒhmte Holzkirchen, die zu den Ă€ltesten der Maramures gehören. Die Kirche St. Nikolaus mit ihrer prachtvollen Innenausmalung gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 Mittwoch, 22.7. Ortswechsel

Heute mussten wir frĂŒh raus. Mit GepĂ€ck ging es um 7:15 Uhr los.

Dieser Tag bescherte uns eine unvergesslich schöne und lange Bergtour. Am Borsa-Pass begannen wir eine Kammwanderung ĂŒber die unbewaldeten Höhen des Rodnagebirges mit herrlichen Ausblicken nach allen Seiten. Das riss sogar unseren Fedor zum SchwĂ€rmen hin:“Schaut Euch doch um, ĂŒberall sind Berge!“ Peter darauf: Wo’s nur alle herkommen!“ Wir ĂŒberschritten die Gipfel vom Gargalau (2134 m), Cisa (2036 m) und Neteda (2066 m). Den zweithöchsten Gipfel des Rodnagebirges, den Ineu (2279 m), umgingen wir. Auch so floss der Schweiß in Strömen. Abgestiegen sind wir ĂŒbers Lala-Tal, bevor der Bus uns nach 11stĂŒndiger Wanderung wieder aufnahm. WĂ€hrend der ganzen Wanderung gab es keine HĂŒtte, keine Alm, keine Einkehr. Ganz am Anfang der Tour stand ein Wohnwagen der die letzte Versorgung darstellte. Insgesamt haben wir 1400Hm auf  und 1600 Hm ab bewĂ€ltigt – auf einer Strecke von etwa 28,5 Km.

Übernachtet haben wir dann in Carlibaba, im Hotel ‚Mario & Ema‘.

 Donnerstag, 23.7. Wieder Hotelwechsel

Nochmals stand eine Bootsfahrt am Programm. Vorher durchfuhren wir wieder die schöne landwirtschaftlich geprĂ€gte Gegend mit ihren langgezogenen Straßendörfern. Kleine solide gebaute HolzhĂ€user sĂ€umen die Straße. Hinter dem Haus dehnen sich GemĂŒsegarten mit ObstbĂ€umen und Wiesen mit kleinen und grĂ¶ĂŸeren Haustieren aus. Da ein Ortszentrum fehlt, laden kleine, schmale BĂ€nkchen vor dem Gartenzaun zum nachbarlichen Schwatz ein.

Der Fluss Bistrita hatte, wie auch die anderen GewĂ€sser aufgrund der Trockenheit dieses Sommers auch in RumĂ€nien,  sehr wenig Wasser. Immer wieder saßen wir auf Steinen auf und mussten aussteigen, um die Boote nicht zu beschĂ€digen und wieder flott zu kriegen. Der Ausstieg endete diesmal im Schlamm. Mit Bier und Eis trösteten wir uns und fuhren dann mit dem Bus noch nach Durau, im Nationalpark Ceahlau, zum Hotel Cascada, wo wir um 19:45 Uhr eintrafen.

Freitag, 24.7.

Das Hotel Cascada lag gĂŒnstig fĂŒr den Einstieg in die Rundtour im Ceahlaugebirge. Die AtmosphĂ€re des Hauses schien uns allerdings nicht die freundlichste zu sein.

Um 8:30 Uhr begann der schweißtreibende Anstieg bis zur Fantanele-HĂŒtte in 1220 m Höhe und zur Cabana Dochia (1750 m hoch), wo wir eine grĂ¶ĂŸere Rast einlegten. Über den Toaca (1904 m) mit der meteorologischen Station - und schönen Edelweißen - gelangten wir dann noch zu einem kleinen aktiven Kloster, bevor wir uns an den Abstieg machten. Zuvor zĂŒndeten wir noch einige Kerzen an – man oder frau kann ja nicht wissen wofĂŒr das noch gut ist. Der weitere Weg fĂŒhrte uns an der erfrischenden Cascada Duruitoarea vorbei. Eine kleine Rast war dort angesagt. Da wir aber nun das Tal wechseln mussten, ging es dazwischen wieder steil bergan. Schon hörten wir Gewittergrollen, es gab erste große Tropfen und nun liefen wir, so schnell es ging, gruppenweise den Berg hinunter. Um 17:45 Uhr erreichten wir erschöpft und total verschwitzt bei sich verstĂ€rkendem Regen rechtzeitig unser Hotel. Die letzte Dreiergruppe hatte GlĂŒck dass sie den Weg verfehlte, freundliche einheimische Studenten nahmen sie im Auto mit und brachten sie trocken zum Hotel. Ansonsten hĂ€tte sie das heftige Gewitter mit Wolkenbruch voll erwischt.

Nach dem Abendessen kamen zwei Musikanten, Großvater mit Akkordeon und Enkel mit Trommel, vorbei und spielten den NimmermĂŒden Querbeetlerinnen zum Tanz auf. Der Hotelier schien nicht begeistert davon zu sein, wir hingegen schon.

An diesem Tag waren wir ca. 17 Km unterwegs und ĂŒberwanden ca. 1350 Höhenmeter.

 Samstag, 25.7. ZurĂŒck in die Maramures

FrĂŒhstĂŒck gab es wieder auf den filzgedeckten BĂ€nken unter dem Freisitz. Infolge des gestrigen Gewitterregens hatten wir danach alle feuchte Hosenböden. Um 8:30 Uhr fuhr uns der Bus jetzt wieder das Tal hinunter, vorbei an gut erhaltenen funktionell gebauten HolzhĂ€usern, z.T. als WochenendhĂ€user genutzt. Dieses Gebiet ist eine typische Urlaubergegend mit noch bĂ€uerlich-agrarischer Nutzung.

Auf dem Weg in die Maramures durchfuhren wir die Bukovina, wo es noch vier berĂŒhmte Klöster gibt. Leider waren die Straßen hier fĂŒr den Bus zu schlecht, so dass wir nur ein Kloster aufsuchten und zwar das von von Moldovita (1537), mittlerweile schön restauriert und wieder hergerichtet.

Um 19:30 Uhr erreichten wir Leordina und unsere Pension Miraj, wo es nach dem Abendessen die ‚Tourbewertung‘ und Verteilung von ErinnerungsstĂŒcken durch Fedor gab. Alle hatten die Anforderungen erfolgreich gemeistert. Danach zeigte Samuel noch Bilder von der vorjĂ€hrigen Tatradurchquerung und einige von der aktuellen Tagen.

Sonntag, 26.7.

Eine 3-stĂŒndige Bergtour fĂŒhrte uns vom Valea Ruscova-Tal bei großer Hitze den steilen Berg hinauf zu einer Hirtenalm. Dort konnten wir den literweise verlorenen Schweiß durch klares Quellwasser ersetzen. Der freundliche Hirte blies uns auf einem blechernen Horn fremdartige Töne vor, worauf sein Kollege auftauchte, wohingegen die Hunde schmerzlich berĂŒhrt das Weite suchten. Unter Gewitterdrohung ging es dann rasch den Berg hinab. Unterwegs machten wir noch Halt bei einem Bauernmarkt mit GemĂŒse- und Obsteinkauf und einem leckeren Imbiss.

Dann ging es zum Duschen und Packen zurĂŒck zur Pension in Leordina, wo wir um 16:45 Uhr aufbrachen. Einen Zwischenstopp gab es noch in  Sighetu Maramiei, ehemals ein bedeutendes Zentrum jĂŒdischen Lebens. Dann begann die lange (Nacht)fahrt durch Ungarn. Um 2:15 Uhr nahmen wir am Bahnhof in Budapest wieder den Heinz auf und erreichten um 4:00 Uhr MEZ das Hotel Engler in Magyarovar. Hier beluden wir die Autos und nach allgemeiner Verabschiedung machten sich alle auf den Heimweg.

 

Insgesamt  haben wir den wunderschönen Norden RumĂ€niens - fĂŒr alle von uns „Neuland“ - mit Paul erfahren, mit Fedor und Samuel sportlich anspruchsvoll erwandert und erpaddelt.

Vieles wird uns lange in Erinnerung bleiben - dank Fedor und seinem Sohn Samuel.

Dank auch an Paul (Pavel) der uns sicher durch Ungarn und NordrumÀnien gebracht hat. Er war immer freundlich und gut gelaunt und hatte seine Bus immer voll im Griff.

Samuel wĂŒnschen wir noch einen erfolgreichen Abschluss seiner BergfĂŒhrerausbildung.

 Bis demnĂ€chst!

 

Bericht: Monika Kö. / Bilder: Reiner /Koordination in Deutschland: Reiner

DurchfĂŒhrung: http://www.adventureslovakia.com/