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Querbeet in Südtirol 2012

102 Hochwasserdamm vor Schlanders

Vom 15. bis 22. September waren 8 Querbeetler zur mittlerweile schon traditionellen Südtirol-Tour unterwegs. Dieses Mal hatte es uns in das Vinschgau verschlagen. Vom wunderbaren Quartier – dem demeter-Biohotel Anna in Schlanders – ausgehend führten uns die Touren zum Wasser und auch auf drei 3000er.

1. Tag

Am ersten Wandertag ging es direkt vom Quartier aus los zur hoch über Schlanders gelegenen Burg Schlandersberg. Die gut 300 Höhenmeter führte ein interessanter Weg – noch im Schatten – direkt den Sonnenberg hinauf zur Burg. Wieder hinunter führte uns der Weg zum Schlandraunbach an den Beginn des Ilswaals. Diesem folgten wir längere Zeit und auf einem Rastplatz ließen wir uns auch zur Pause nieder. Kurz darauf verließen wir den Waalweg und stiegen in steilem Gelände hinauf zur schlichten Kirche St. Georg. In der Umgebung finden sich mit die ältesten Siedlungsspuren in der Region, und die sind noch ein paar hundert Jahre älter als Ötzi.

Nach der Kirche suchten wir den Beginn des nächsten Waals. Dem Zaalwaal entlang ging es dann bis zum Sportplatz von Kortsch. In dem kleinen Nachbarort von Schlanders suchten wir ein Cafe auf und ließen es uns gut gehen. Noch eine weitere Kirche stand dann auf dem Programm. Am steilen Berghang steht St. Ägidius. Wenn man dem Weg an der Kirche vorbei aufwärts folgt und schließlich auf Höhe der Kirchturmspitz ist, ist man nur wenige Meter von dieser entfernt.

Wieder weiter den Hang hinauf trafen wir nochmals auf den Ilswaal bevor es nach Schlanders hinunter ging.

Höhenmeter: 750 m Auf- und Abstieg, Gehzeit 5 Stunden, ca. 10 Kilometer

2. Tag

Bei herrlichem Wetter folgte nun der erste Dreitausender. Am Morgen fuhren wir in das nahegelegene Martell-Tal. Nach gut 45 Minuten Fahrt bis zur Enzianhütte führte uns der Weg hinauf auf die Vordere Rotspitze, 3033 m. Zuletzt steil und seilversichert haben wir einen hervorragenden Rundblick vom Gipfel.

Nach dem Abstieg vom Gipfel queren wir Gletscherschutt und Moränen in Richtung Marteller Hütte. Es ist schon beeindruckend, wie weit sich die Gletscher zurückgezogen haben (ich selbst war vor 14 Jahren schon einmal an dieser Stelle).

An der Zufall-Hütte ließen wir uns Kuchen und diverse nahrhafte Getränke gut schmecken.

Höhenmeter: 1200 m Auf- und Abstieg, Gehtzeit 8 Stunden, ca. 9 Kilometer

3. Tag

Da sich vom Wetter her gesehen noch ein stabiler Tag anbot, bevor Regen angesagt war, fuhren wir am dritten Wandertag erneut ins Martell-Tal. Doch dieses Mal führte uns der Weg auf die Westseite in Richtung des Ortlers. Das Madritschtal mit vielen Höhenstufen brachte uns bis zum Madritschjoch. Interessant sind die vielen verschiedenen Höhenangaben, die für diese Joch kursieren, differieren sie doch um fast 100 Meter. Mein GPS sagte mir im Joch eine Höhe von 3129 m. Fünf Querbeetler schafften dann noch den weiteren Weg auf die Hintere Schöntaufspitze. Mit 3325 m Höhe auch der Höhepunkt der Tour. Sowohl vom Joch als auch vom Gipfel sieht man zunächst die gegenüberliegenden Südtiroler Highlights Königsspitze, Zebru und natürlich den Ortler. Da fallen dann die hässlichen Bauten des Skigebiets fast schon nicht mehr auf.

Beim Abstieg ergab sich fast natürlich wieder eine Einkehr auf der Zufall-Hütte.

Höhenmeter: 1300 m Auf- Und Abstieg, Gehzeit 8 Stunden, ca. 14 Kilometer

4. Tag

Am Mittwoch kam wie angekündigt der Regen. Am Morgen sind wir mit der Vinschgerbahn ins ca. 20 Kilometer entfernte Schluderns gefahren. Während der Besichtigung der Churburg besserte sich das Wetter zunehmend. So konnten wir im Anschluss wie geplant den Rückmarsch zum Quartier angehen. Zunächst ging es auf einem Fahrweg den Hang hinauf, und auf einer Straße wieder hinunter. Wenigstens vor Spondinig konnten wir vom Asphalt herunter. Auf alten Pfaden ging es hinunter in den aus wenigen Häusern bestehenden Ort am Abzweig der Stilfserjoch-Straße.

Das einzige Gasthaus hatte leider Ruhetag. So mussten wir, teilweise wieder auf Asphalt, in den nächsten Ort. Schnell war die einzige Wirtschaft ausgemacht und der Wirt der Tschenglsburg bot sogar an, uns noch etwas zu Essen zu machen. Normalerweise wäre die Küche schon geschlossen gewesen. In der urigen Burgstube schöpften dann auch fast alle aus dem großen Suppentopf ihre Gerstensuppe.

Weiter führte uns der Weg dann auf teils schmalen Pfaden immer wieder ab und auf entlang der Südseite des Etschtals bis zur Schwefelquelle kurz vor Laas. Der Großteil der Gruppe beschloss, von hier mit der Bahn zurückzufahren. Nur einer ging auch noch die restlichen Kilometer bis zum Quartier zurück.

Höhenmeter: 500 m Aufstieg, 650 Meter Abstieg, Gehzeit 7 Stunden, ca. 22 Kilometer

5. Tag

Am Morgen lag noch viel Dunst in der Luft und es war merklich kühler geworden. Einer Empfehlung des sehr netten Hotelchefs (selbst lange Jahre Jugendleiter im örtlichen Alpenverein) folgend, fuhren wir mit den Autos hinauf zum direkt südlich von Schlanders gelegenen Haslhof. Von hier aus führte der Weg leicht ansteigend bis zur Marmorstraße. Aufwärts folgten wir ihr bis zur Göflaner Alm. Auf der alten Abfuhrstrecke – als Marmorblöcke noch in Handarbeit hinabgelassen wurden! – ging es steil bis zum noch heute betriebenen Göflaner Marmorsteinbruch. Heute wird der Marmor unter Tage aus dem Berg geholt, außer leisem Maschinengebrumm ist er aber immer noch an den vielen großen Marmorblöcken gut zu erkennen. Der Weg wird immer steiler, schließlich geht es mit Ketten- und Seilsicherung eine Felsstufe hinauf.

Nach weiteren hundert Höhenmetern in steilem Blockschutt stehen wir schließlich an den Resten des Göflaner Sees. Der See trocknet über das Jahr hinweg immer weiter aus, so dass auch der Almbetrieb unterhalb vom Wasserstand abhängig ist. Am Abstieg machten wir Halt an der Göflaner Alm (hier gibt es einen hervorragenden Apfelstrudel!). Und so verwunderte es auch nicht, dass eine der ersten Fragen der Wirtin dem Wasserstand des Sees galt. Zurück zum Haslhof ging es auf dem bekannten Weg.

Höhenmeter: 1100 m Auf- und Abstieg, Gehzeit 8 Stunden, ca. 14 Kilometer

6. Tag

Der letzte Wandertag führte uns auf Empfehlung des Hotelchefs auf den Schlanderer Hausberg. Herr Wielander fuhr uns mit seinem VW-Bus hinauf bis zur Schlanderer Alm. Über eine alte Brücke über der Schlandraunbach und einen unmarkierten, aber gut zu findenden Weg ging es hinauf zur Kälberhütte. Dort mussten wir etwas nach dem weiteren Wegverlauf suchen, da der Hang durch viele Kuhtritte eine Unzahl Möglichkeiten anbot – Querbeet eben. Bald war das Problem gelöst und der Weg führte weiter zur Stierhütte.

Auf dem nun markierten Weg ging es zunächst entlang eines kleinen Waals weiter hinauf. Später wurde der Weg sehr steil und es ging nur noch im Schutt vorwärts. Alle Querbeetler erreichten den Vorgipfel vom Zerminiger auf immerhin schon 3058 m Höhe. Zwei Querbeetler traten noch den gut 25minütigen Weg auf den eigentlichen Gipfel (3109 m) an. Der Zerminiger ist einer der wunderbarsten Aussichtsgipfel, die ich kenne. Im Norden die Ötztaler Alpen (zu den er auch noch gehört), im Osten das komplette Dolomitenpanaroma: es steht ja kein einziger Berg dazwischen! Im Süden geht es weiter mit dem großen Panorama bis zum Ortler. Und weit in der Ferne kann man die hohen Schweizer Berge der Bernina sehen.

Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg, dem Abhol-Bus sind wir noch ein ganzes Stück entgegen gegangen.

Höhenmeter: 1250 m Aufstieg, 1400 m Abstieg, 8 Stunden Gehzeit, ca. 12 Kilometer

 

Den letzten Abend ließen wir gemütlich ausklingen bevor wir am Heimweg teils lange Zeit im Stau standen.

Teilnehmer: Ilse D., Gudrun K., Birgit O., Hannes A., Martin B., Frank B. und Fritz P.

Organisation: Stefan L.

Quartier: Landhotel Anna in Schlanders: www.vill.it

Bilder: Stefan, Fritz, Hannes, Frank

Gesamtleistung: Aufstieg: 6100 m, Abstieg: 6400 m, Gehzeit: 44 Stunden, 81 Kilometer