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Wandern am Ederseee - der Urwaldsteig

24. bis 29.8.2014

Edersee Urwaldsteig mit Udo

Der Urwaldsteig Edersee - ein wahrhaft lohnendes Ziel für 12 Querbeetler (einschließlich 2 Gäste).

Mit seiner 11,8 km2 großen Wasseroberfläche und mit einem Wasserinhalt von 199,3 Mio. m3 ist der Edersee flächenmäßig der zweit- und vom Inhalt her der drittgrößte Stausee in Deutschland. Zweck des Staussees ist es die Oberweser und den Mittellandkanal mit Wasser zu versorgen. Ferner dient sie dem Schutz gegen kleine und mittlere Hochwasser und der Gewinnung elektrischer Energie.

Rund um den Edersee verläuft im Naturpark Kellerwald-Edersee der Urwaldsteig. Der erste Tag war geprägt mit Zug- und Busfahrten. Unser Ziel war der kleine Ort Hemfurth, am Fuße der Staumauer gelegen. Im Gasthof Königshof-Edersee wurden wir von der Familie Postma sehr freundlich empfangen. Am Nachmittag machten wir eine kleine Wanderung rund um Hemfurth und besuchten das Sperrmauermuseum. Das Museum zeigt eindrucksvoll die Geschehnisse während des zweiten Weltkrieges, als die Sperrmauer im Jahre 1943 von alliierten Flugzeugen bombardiert wurde. Ziel war es, die Stromversorgung des Dritten Reiches zu zerstören. Wir bekamen anhand von Original-Exponaten und Nachbauten der Rollbombe einen Eindruck von dieser Epoche. Ein Dokumentarfilm vertiefte noch zusätzlich die Geschehnisse während des Krieges.

Am zweiten Tag machten wir uns auf den Weg, um einer der letzten Urwälder Deutschlands zu erkunden. Unser Weg führt uns auf schmalen Pfaden durch ausgedehnte Buchenwälder. Steile Felsböschungen mit seltenen Pflanzenvorkommen begleiten unseren Weg. Hilde hat es sich nicht nehmen lassen, einige der vielen Pilze mitzunehmen. Auf unserem Weiterweg grüßt bald der markante Kirchturm von Kirchlotheim, unser Tagesziel. Hier waren wir in Ferienwohnungen einquartiert. Ganz toll eingerichtet und mit allem Komfort. Leider zog ein Regengebiet auf, was unserer Stimmung aber keinen Abbruch tat. Christa hatte schon eine Essensmöglichkeit erkundet und zwar in der "Seehütte". Die gesammelten Pilze hatten wir dabei und so wurde gefragt, ob wir als Vorspeise eine Pilzsuppe bekommen könnten (Hilde hatte die Pilze schon vorher geputzt). Der Koch war bereit dazu und so bekamen wir eine köstliche Pilzsuppe, die uns kostenlos serviert wurde.

Am Morgen des nächsten Tages war alles grau in grau - es regnete. Nach dem Frühstück wanderten wir los. Einige Teilnehmer zogen es vor mit Bus und Schiff zum nächsten Etappenziel zu fahren. Der Regen war nicht heftig, es war ein leichter Regen, wobei es auch Stunden gab wo es überhaupt nicht geregnet hat.  Zunächst ging es zu dem kleinen Erholungsort Herzhausen, wir wanderten auf der Uferpromenade des Edersees zu den steilen Edersee-Hängen. Wir überquerten eine imposante Blockschutzhalde mit urigen Waldbeständen. Unterwegs hatten wir tolle Ausblicke auf den Edersee. Der Weiterweg führte uns über den "Knorreichenstieg", ein schmaler und steiniger Weg, geprägt durch Block- und Schutthalden. An den steilen Hängen wachsen alte und knorrige Eichen. Bald erreichten wir unser heutiges Etappenziel - das Gästehaus zur Fähre auf der Halbinsel Scheid.

Der dritte Tag war geprägt durch ein Bilderbuchwetter -Sonne, Sonne und nochmals Sonne. Auf dem heutigen Weg mussten immer wieder tief eingekerbte Bachtäler umgangen werden. Nach dem Ort Nieder-Werbe erwarteten uns urige Waldbilder. Sehr flechtenreiche und schiefrige Steilhänge säumten unseren Weg an dem aus Eichen und Buchen der Wald der Gnome und Fabelwesen wächst. Weiter führt der Weg durch naturnahe Wälder abwärts in die Waldecker Bucht. Das Etappenziel war erreicht mit der Übernachtung in der dortigen Jugendherberge.

Auch der nächste Tag war sonnig. Nach dem Frühstück zogen wir frohgemut weiter, den steilen Schlossberg hinauf zum Waldecker Schloss. Im Rahmen einer Führung wurde uns die Geschichten des Schlosses näher gebracht. Ferner erfuhren wir, dass das Schloss lange Jahre als Zuchthaus und Frauengefägnis genutzt wurde. Von dem Führer wurden uns über die im Schloss aufbewahrten Strafeinrichtungen (wie Wagenrad für das Rädern, Strafbank) gruselige Geschichten erzählt.  Weiter wanderten wir durch das kleine Städtchen Waldeck und tauchten ein in die Wälder der Steilhänge mit grandiosen Ausblicken auf den Edersee. An krüppelwüchsigen Eiche-Buchenbuschwald vorbei führte der Weg am felsigen Hang weiter mit imposanten, teils waghalsigen Baumgestalten zu einem Aussichtspunkt mit einem grandiosen Blick auf die Staumauer. Der Pfad führte uns weiter talabwärts zur Eder und bald erreichten wir den Ort Hemfurth.

Als Ausklang der Wanderung verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend in dem eingangs erwähnten Gasthaus. Als Lohn für die Wanderung wurde eine Urkunde und ein Abzeichen verteilt.

Am nächsten Tag brachten uns Bus und Bahn wieder zurück nach Erlangen. Eine erlebnisreiche Querbeet-Tour war leider wieder zu Ende.

 

Streckenlänge gesamt: 79 km,  Höhenmeter gesmt: 2100 m   

 

   Bericht: Udo   Fotos: Udo, Otto